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wissenhcit der Landsgcmeindcn, oder vielmehr das Interesse ein-flußreicher Volksführer.
Nichts befand fich daher immer i» diesem politischen Wirrwarrbehaglicher, als die Jntrigue. Sie fand überall krumme Wegezu ihrem Ziel, und wenn ihr Spiel verunglückte, Schlupfwinkelzum gefahrlosen Rückzug. An Parteien und Faktioncn der ehr-geizigen oder habsüchtigen Volksmänner fehlte es auch nie; be-sonders in jenen Zeiten, da Italien der Schauplatz ewiger Hän-del und Kriege zwischen Oesterreich, Spanien, Frankreich, Ve-nedig und dem Papst, — Granbünden aber, wegen seiner Ge-birgspässc, bestechlichen Beamten und tapfer» Söldnerschaare»,ein Gegenstand von hoher Wichtigkeit für die ncbenbnhlcrischenMächte war. Dies Unwesen, Jahrhunderte lang getrieben, ver-nichtete zuletzt nothwendig die politische Sittlichkeit der Gebirgs-bewohner. Das Volk in den Gemeinden verkaufte die öffentlichenAemter dem, der das Meiste dafür bot; und der Käufer entschä-digte sich in seinem Amt wieder in den Untcrthanen-Provinzendurch Erpressungen und Schlechtigkeiten aller Art, oder indem ersich dem Meistbietenden der auswärtigen Höfe, als Werkzeug,verkaufte.
Die Geschichte GranbündenS ist, vom Anfang des scchszehntcnbis Ausgang des achtzehnten Jahrhunderts, eine fast unnntcr-brochcnc Kette von Partcikämpfen, Verschwörungen, Volksauf-ständen und bürgerlichen Unruhen. Es spielen darin eben so glän-zende Tugenden, als furchtbare Verbrechen ihre Rolle. Ebendarum scheuten sich viele Kantone der Schweiz, mit diesem Hoch-lande in engere Verbindung zu treten. Noch im Jahr 1701 batendie Bündner um festem Verein mit der Schweiz; aber diese lehn-ten es ab, und begnügten sich, sie als „zugewandtcn Ort" znbehalten.
Charakterisch ist das Doppelgemälde, welches in der Vorhalle