Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
Seite
119
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oder der heiligen Schrift, wen» solche gottlose Heiden, wie So-krates und Aristides, ja der greuliche Numa, der zu Nom alleAbgötterei gestiftet durchs Teufels Offenbarung, und Scipio, derEpikuräer, selig und heilig find mit den Patriarchen, Prophetenund Aposteln im Himmel, so sie doch nichts von Gott, Schrift,Evangelium, Christo, Taufe, Sakrament oder christlichem Glaubengewußt haben? Was kann ein solcher Schreiber, Lehrer und Pre-diger anders vom christlichen Glauben halten, denn daß er sei aller-lei Glauben gleich, und könne ein jeglicher in seinem Glaubenselig werden, auch ein Abgöttischer und Epikuräer, wie Numa undScipio?" *)

Zwingli war, bei aller Frömmigkeit seines Gemüths, ein lie-benswürdiger Mann, wohlwollend, heiter und reich an witzigenEinfällen. Er war Dichter, zugleich Musiker und Komponist vier-stimmiger Lieder. Er spielte besonders die Laute vorzüglich gut.Seine Gegner nannten ihn daher spottend den evangelischen Lau-tcnschläger und Pfeifer. Dem Gcncralvikar Faber in Konstanz ant-wortete er:Auf der Laute und Geige, auch andern Instrumenten,lernte ich etwas, das kömmt mir izt mächtig wohl, die Kinderzu schweigen." Bekanntlich war er verhcirathet, Vater vonzwei Söhnen und zwei Töchtern. Das heut noch in Zürich blühendeGeschlecht der Zwingli's stammt indessen nicht von ihm, sondernvon einem seiner Brüder in Wildhaus ab.

Mit seiner Gemahlin, Anna Reinhard, machte er in ZürichBekanntschaft. Sie stammte ans altadelicher Familie, wohnte inder Nähe von Zwingli's Pfarrwohnung, und war schon Wittwe;aber auch noch im dreinnddreißigsten Jahr eine schöne Frau **).

E) Luthers letztes Bekenntnifi von dcS Herrn Nachtmahl.

") Der Oberkauzler Nikl. Arator in Schlesien, der im Jahr 1526 denHerr Ulrich Zwingli mit seiner thcuergelicbtcn Hausfrau" in Zürich