Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
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Auf dieser höher» Staffel der Menschheit selst ich große Na-tionen, nmsichtigcr und klüger dastehcn; aber nicht edler, nichtweiser, Ehre, Gewalt und Gold sind noch die Hebel aller Unter-nehmung; Vcrnnnftgcsctz, Tugend und Religion werde» Diene-rinnen des schlau berechnenden Verstandes, Materielle Interessenragen hoch über die Interessen des Geistes hinaus. Während dieKunst des Schönen welkt, treten Prachtstädte, Handelsstraßen,Flotten, stehende Kriegsheere, Hochschulen in Fülle hervor. Manbeflügelt die Schisse mit Dampf, und stiegt, von Gaswolken ge-tragen, über das Reich des Adlers hinaus.

Der Halbbarbar gibt seiner Barbarei nur gefälligere Formen,und setzt an die Stelle schwärmerischer Fantasie den Kalkül derSelbstsucht, welche sich aber in Farben der Vatcrlandlicbe, Men-schenliebe und Gottcslicbe kleidet. Schulen und Kirchen, Schau-spielhäuser und Nednerbuhnen ertönen von Tugenden; aber manverlacht im Stillen den, der ihnen Rang, Vermöge» und Lebens-freuden hinopfcrt, ohne stattlichen Ersatz, Ein Mensch ist zwarnicht mehr Leibeigener des andern, aber des Staates, Er wirdmit dem Boden seines Landstriches verkauft, vertauscht und vererbt.Der Staat selbst ist kunstreich gebaut, aber ohne Einfalt; einwidcrsprnchvoklcs Flickwcrk von Uebcrblcibscln roher Vorzeit mitvcrnnnftgcmäßern Stiftungen; ein rittcrthümlichcr Burgstall mitmodernen Anhängseln, worin Glauben, Aberglauben und Unglau-ben beisammenhausen.

Ich blicke zur höchsten Gcstttungsstufe der Menschheit empor.Wie stehen doch so wenig droben! Sic winken den Tiefcrstehcn-dcn; ihr Ruf wird nicht verstanden; deswegen verhöhnt. In ihrerHöhe gilt der Mensch nach inncrm Werth und dem, was er ist,nicht was er hat, ,Da führt ihn die Alleinherrschaft der heiligenVernunft wieder zur Heiligkeit der längst von ihm verlassenenNatur zurück, Wohl seh' ich noch Neichthum und Armuth, aberZsch. No». XIV. 5'