Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
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schlechts, wie cs, von Stufe zu Stufe seiner Gesittung, zur Ver-göttlichung überging. Auf jeder Stufe standen Millionen; die mei-sten dieser Millionen auf der niedrigsten, dem Urschlamm der Erdeam nächsten.

Es ist die Stufe der Kindheit nnscrs Geschlechts, der Standursprünglicher Wildheit. Der Mensch, noch ohne Gesetz, ohneEigenthnm, ohne deutlichen Begriff, fast ohne Sprache, steht daunter alleiniger Vormundschaft der Natur, der Leitung seiner Le-bens- und Kunsttriebe überlassen. Sein weiches Gedächtniß hatnur selten bleibende Eindrücke. Er genießt und vergißt. Mit Ge-genständen ändern seine Gefühle. Er weint, aber lacht im näch-sten Augenblick mit unsinniger Freude. Er hascht nach dem, wasihn angläuzt. Ihm scheint Alles Gemeingut. Er kennt kein Rechtkennt keine Strafe, nur Rache und Furcht. Den Thieren verwandt,an Schärfe der äußern Sinne ihnen gleich, im Nachahmungstriebesic übertreffcnd, beobachtet er sie mit furchtsamer Neugier. Erlernt von ihnen bauen, den Feind beschleichen, sich verstellen, wiesie, und ihre Spiele und Tänze nachäffen. Wer gibt Rechen-schaft über die Dauer der Zeiträume, in denen noch, mit dem Gc-dächtniß, die Geschichte der Menschheit fehlt? Wer erinnert sichder eigenen Tage, da er selber noch, als Säugling an einer Muttcr-brnst lag? Der Wilde liegt an der Mutterbrust der Natur.

Aber er erstarkt; er klimmt, als Knabe, zur andern Stufe derGesittung hinauf. Er wird auf ihr ein Halbwilder. Sein Ge-dächtniß hat Festigkeit gewonnen. Es leitet ihn durch die un-wegsamen Steppen und Urwälder; cs verleiht ihm Macht, Er-fahrungen und Schicksale der Alten, in Sagen und Sängen sort-zupstanzcn. Der Greis lehrt; der Starke gebietet; der Schwachegehorcht; das Weib ist Magd; der Besiegte Sklgv. Im Hochge-fühl roher Kraft wird dem Halbwilden Unerschrockenheit in Ge-fahr, Ausdauer in Noth, trotzige Verachtung des Schmerzes und