als ihre engen Oeffnnngcn vcrrathcn, die den den Hirten baldWettcrlöchcr, bald Windlecher, Krystallhöhken und Zicgenlöchergenannt werden. Viele möge» im Bauch der Berge mit einanderin Verbindung stehen. Aber wer wagt das Leben, um die Ge-heimnisse der unterirdischen Nacht zu erforschen? Die Hirten derAlpen bauen ihre Milchhütten zu solchen Felslöchcrn, ans denenjederzeit ein kalter Lnftflrom bläst, der die Frische der Milch,selbst in den heißesten Tagen, bewahrt. In der italienischen Schweizdienen dergleichen Grotten zur Anfbehaltung des Weins.
Aber das Wildkirchleiu in der Grotte des Ebenalpfelsens baute,(im Jahr 1758) zur Nahrung oder Bewährung der Frömmigkeit,ein gottesfürchtigcr Bewohner des Fleckens Appenzell, NamensPaul Nlmann. Am Festtag des Schutzengels Michael wird all-jährlich hier Messe gelesen. Rach ihrer Vollendung erschallt dieweite Ebenalp vom Jubel, Spiel, Gesang »ud Lärmen, beiSchmaus und Trunk, der hichergezogcnen frommen Christenmeugcdes ganzen Gebirgs. Auch ohne gerade der Andacht pflegen zuwollen, wandern an schönen Sonntagen die Nachbarschaften dahin.Vom Kurort Wcisbad sind cs nur anderthalb Stunden.
Man möchte fast den Einsiedler um sei» herrliches, hohes Adlcr-ncst an einer der Säulen des merkwürdigen Natnrtcmpcls beneiden.Er selbst aber hat, bei dem vor ihm schwebenden Wechselspiel desHimmels und der Erde, nur Kapnztncrgedanken. Der Anblick desungeheuer» Prachtbildcs draußen vor dem Fcnstcrlein seiner Hütteist ihm zur gewohnten, bunten Tapete geworden.
Ich stand in der Stille des Sommermorgcns droben einsam.Vor mir lag's wie ein aufgeschlossenes Weltall. Der Blick schweiftelang und irre durch die Helle Weite in blanverdämmeriiden Fernen.Er findet keinen Haltpunkt, wo er ruhe. Die zahllosen Hütten,wie Manlwurfshänflein, an den Hügeln Appcnzells verschwinden.Der Osten der Schweiz, der Vodcnsee, das weite Schwaben, sind