Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
Seite
105
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Zweck erschlossen, wie imBlockfest", da man ungeheure Vanm-stämmc in Prozesston durch die Dörfer schleppte, sind im gleichenVerhältnis! abgcgangen, wie, mit größerer Gesittung, das Ge-fallen an geselligen Spielen des Witzes und heiterer Laune, oderan der Kunst des Gesanges, wuchs.

Unter den öffentlichen Volksbelustigungen, die auch jetzt nochwie ehemals, und weit allgemeiner, denn ehemals, beliebt sind,gehört das Ziel - und Scheibenschießen. Sonntags hört man fastin allen Dörfern, während der Sommerzeit, das Knallen der ab-geschosscnen Stutzer. Abwechselnd werden bald in dieser bald injener OrtschaftFrcischicsicn" gegeben, bei welchen den Bestender Schützen, die weit her ans den Umgegenden erscheinen, kost-bare Siegcspreisc ausgestellt sind.

Ehemals waren diese Hebungen der Schützen auch in Dcntsch-land gemeiner. Sie dienten zur Verbrüderung und Vergcseltnngder Völkerschaften. Beim großen Hanptschicßen zu Stuttgard,im Jahr 1560, sah man auch die Schweizer zahlreich. Man zählteda anderthalbtansend 'Schützen mit 96 Gcscllschaftsfahnen; undunter den Schützen erblickte man Fürsten und Bauern beisammenum den Preis zielen. Bekannter noch ist das große Freischicßenvon Straßbnrg im Jahr 1576, zu welchem die Züricher ver-hießen, so freudig und rasch zn eilen, daß ihr in Zürich gekochterHirsbrci noch in Straßburg warm ankommen solle. Sic hieltenWort, indem sie zu Schiffe, mit ihrem Brei die Liinmat, Aarund den Rhein hinabschwammen.

Die in Deutschland znm Thcil halb, znm Theil ganz erloscheneSitte dauert in der Schweiz, und nicht in Appenzell allein, son-dern in allen Kantonen nngcschwächt fort, ja in größer»: Maß-stabc, als vor Zeiten. Privatleute und Negierungen zollen ansehn-liche Gaben zu den Festen, welche dnrch Stiftung der sogenannteneidsgcnössischen Freischießcn wirkliche Nationalfcstc geworden