lassen an. Endlich gebot er Stillschweigen, nnd sagte ganz trocken:„Hier ist nicht schwer zn entscheiden; gebt euch zufrieden nnd gehtruhig heim, denn ihr habt beide völlig recht!" — Die Anwesen-den brachen in lautes Gelächter ans, nnd die Zänkerinncn machtensich beschämt davon.
Ein Appenzeller, welcher drei Weiber gehabt hatte, wurde einstgefragt, welche von ihnen die Beste gewesen sei? — Er ant-wortete: „Beiß in drei hübsche Holzäpfel, und sage mir, welchervon ihnen der Süßeste gewesen sei."
„Wie lange tragt Ihr Euer» Schnurrbart schon?" fragte maneinen alten Jnnerrhödler. „Länger als Ihr denken könnet!" ver-setzte dieser. „Ihr habt ihn doch wohl nicht mit ans die Weltgebracht?" — „Ei nun, doch den Platz dazn."
Viele in den Thälern von Appenzell ehemals üblichen, oftrohen Volksspiele haben sich nach nnv nach verloren; andere sindWege» ihrer Gefährlichkeit, nnd weil sic selten ohne Unglück ab-liefen, verboten worden; Andere hatten sie mit andern Gegendender Schweiz gemein, wo sie noch jetzt gelten. Gewöhnlich bestehensic in Uebnngen körperlicher Gewandtheit nnd Kraft. So dasEierlescn nm Ostern. Zwei Jünglinge, nur in Hemd nnd Hosen,aber mit flatternden Bändern geziert, beginnen im Angesicht derZuschauer ihren Wcttgang. Der eine läuft eine halbe oder ganzeStunde weit zn einem bestimmten Ort, , wo man ihm ein GlasWeins reicht, und eilt dann wieder von Wannen er kam zurück.Der Andere hebt inzwischen 50 oder 101 Eier auf, die er t» einenmit Spreu gefüllten Korb wirst, ohne daß eines zerbrechen darf.Aber die Eier sind auf einer Wiese in schnurgradcr Linie gelegt,jedes vom andern eine Elle weit. Der Aufsammler beginnt amäußersten Ende der Linie, nnd trägt Ei um Ei znm Korbe amandern Ende der langen Reihe. Sieger ist, wer seine Aufgabeam ersten vollendet hat.