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Gemahlin mit Backen beschäftigt. Solche Uebcrraschnngeii sindin den schweizerischen Demokratien gar nichts Seltenes, wenn auchdie Phocioncn fehlen.
Der Landammann Gebhard Zürcher von Außcrrhodcn warLandbaner und Zimmcrmanii. Wenn er Morgens tu amtlichenSitzungen des Nathcs oder in Kommissionen die Verhandlungenmit Einsicht geleitet hatte, sah man ihn Nachmittags hinter demPflug oder mit der Art in seiner Wcrkstätte. So fand ihn einstein Patrizier ans einer der schweizerischen Hauptstädte, der sichwegen erheblichen Angelegenheiten an die Negierung von Appen-zell wenden mußte. Der Landammann führte ihn in sein Wohn-zimmer, um ihn anzuhören. Der Patrizier, vor dem Mann imSchurzfell wenig Achtung fühlend, setzte den Hut wieder auf, undmit der Reitgerte in der Hand spielend, trug er ihm sein Geschäftvor. Als er vollendet zu haben glaubte, und in einer vornehme»,fast herablassenden Stellung das llrthctl des Landammanns er-wartete, fragte dieser: „Mit wem wollt Ihr denn eigentlich reden?Mit dem Bauer Gebhard Zürcher, oder mit dem Landammannvon Appenzell?" — „Natürlich mit dem Landammann!" ant-wortete der Patrizier. „Sv nehmt den Filz ab," sagte der Land-ammann mit edlem Ernst: „vergeht keinen Augenblick, vor wemIhr steht; und traget mir Eure Sache vor, von der der Landam-mann nichts gehört hat, weil Ihr sie nur Eures Gleichen, demBauer, erzählt habt." — Der betroffene Patrizier gehorchte mitEhrerbietung und stammelte erröthend seine Entschuldigungen.
Eben dieser Landammann Zürcher saß an einem schönen Som-mcrabend mit Freunde» vor dem Hanse, als sich ihm zwei Weibernahten, die mit einander in vollem Zank begriffen waren. Jededer Wüthende» brachte ihre Klage an, reichlich mit schändlichenBorwürfcn gegen die andere gespickt. Der Landammann, welchersie beide genugsam kannte, hörte ihr Toben eine gute Weile ge-