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14 (1853)
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2. Appenzeller Art und Brauch.

Die Appenzeller sind durch ihre heitere Laune nnd ihre drolligenEinfälle in der ganzen Schweiz bekannt; nnd vor allen dieJn-ncrrhödler". Man wiederholt sich gern ihre witzigen, spitzigenErwiederungen bei verschiedenen Gelegenheiten, nnd cs wird nichtganz außer Ort sein, wen» ich zur Unterhaltung einige mittheile.

Fort mit dir, und komm' mir nicht wieder vors Haus!" riefeinst ein reicher Herr dem Bettler durchs Fenster zu, der eben an-geläntet hatte.Nichts für ungut," versetzte der Bettler:ichwollte grade bei Euch Abschied nehmen."

Bei einer Inspektion der Milizen bemerkte der eidsgenossischeOberst, daß die Kragen der Uniform ungleich zu sein schienen.Das kömmt nur daher", sagte Einer,weil nicht alle Soldatenordonnanzmäßige Hälse haben."

Ein Landammann, der von einer erhaltenen Sendung Stock-fische dem Gemcindsvorstehcr zum Kauf angcboten hatte, nnd znrAntwort erhielt:Stockfische lieb' ich überall nicht!" erwiedcrtediesem:das find' ich nicht gut, wenn Brüder einander nicht liebhaben."Doch besser," versetzte der Ortsbcamte:als wennsie einander fressen."

Freilich der Landammann ist die höchste Magistratspcrson imStaat; aber im Privatleben allen Bürgern des Landes gleich. Ermuß sich daher wohl gefallen lassen, wenn er vom geringsten Bauerdieselbe Behandlung empfängt, die er diesem widerfahren läßt. Inder Demokratie wird das Amtsvorrecht nicht, wie in monarchischenoder aristokratischen Staaten, zu einer Art persönlichen Rangsund Vorrechts verwandelt; hinwieder dennoch der obrigkeitliche»Würde, und trüge sie auch der gemeinste Bürger, Ehrfurcht ge-zollt. Als die Gesandten Alcranders des Großen zu dem nochgrößer« Phocion kamen, fanden sie ihn mit Wasserträger!, seine