Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
Seite
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und jc näher am Falle, um sv grausenhaster kochen, so schütztdoch der Felsen selbst die Anfahrt.

Es ist auffallend, daß zuweilen fremde Reisende, die den Rhein-sturz zum ersten Male sehen, besonders wenn cs vom Schaffhau-sischcn Ufer aus geschieht, ihn gar nicht so inchosant finden, wiesic sich ihn im Voraus gedacht hatten. Allerdings bcnachtheiligteine optische Täuschung das Erhabene. Sv beim Staubbachim Lantcrbrunnenthal, der 900 Fnß hoch hcrabfällt, wo aberdie Reihe der Bergwände noch viel größer ist. Beim Rheinfallzehrt die Breite an der Höhe; denn er ist fünfmal breiter alshoch. Dem Niagarafalle in Nordamerika kömmt zu gute, daßer in einer Ebene und nicht zwischen Bergen hcrabstürzt, welcheseiner Höhe im Augenmaße Eintrag thun würden. Doch jc längerman den Rheinfall beobachtet und studirt, desto herrlicher erscheinter. Man kann auf ihn anwcndcn, was Schiller von der St. Pc-terskirchc sagt:

Suchst du das Unermeßliche hier, du hast dich geirrt;

Meine Größe ist die, größer zu machen dich selbst.

Die günstigste Zeit zum Besuche der Katarakte ist offenbar dasFrühjahr, wen» der schmelzende Schnee von den Hochgebirgenbricht. Im Winter ist oft das Wasser zu klein. Wer sich aber zujeder Jahreszeit dem vollsten Genüsse seines Schauerlich-Schönenhiugcben will, der steige de» Abhang vom Schlosse Laufen hin-unter au das Bassin bis dicht unter den Wasserfall, in die so-genannte Fischenz. Hier ist eine kühne, hölzerne Gallcrie vomUserfelscn in die Strudel hinausgcbaut. Fortwährende Donnerumtoben diesen einsamen Standort sv laut, daß kanm die mensch-liche Stimme mehr vernehmlich bleibt, und ein unaufhörlicherPlatschregen netzt Balken, Bretter und Kleider. Blickt man aberüber sich in die Höhe, so scheint der ganze ungeheure WasserfallZsch. Nov. XIV. 5