Nock verwandeln. Auch hätte sie den Ring später einem schachern-den Juden verkaufen wollen; der habe aber nur drei Gulden dafürgeboten. — Gegenwärtig sei ihr aber wirklich ein neuer Nock drin-gend »öthig; die Mutter habe kein Geld, und so habe sie gedacht,mir den Ring zu bringen, weil ich den Werth desselben und denHandel besser verstände. Ich entließ einstweilen das gewissenloseMädchen; statt jedoch znm Goldschmied, Hab' ich mich hierher bege-ben, Nachfrage zu halten, und bin herzcnsfroh, es gethan zu haben."
Und nach Vollendung seines Berichts entfernte sich der recht-schaffene Bürger wieder, begleitet von lauten Dankbczengnngcnder Mutter Jansen. Und laut verkündete diese das Ereigniß imganzen Hause. Der Bergdirektor schien anfangs zwar, gleich denAndern, Vergnügen bei der Botschaft vom wicdergckehrten Finger-schmuck zu empfinden, i» der That aber war er mehr von Un-willen gegen die unredliche Finderin, und noch heftiger gegenderen schändliche Mutter aufgeregt, die der eigenen Tochter die-bische Hehlerei gebilligt und unterstützt hatte.
„Das Vergehen darf nicht ohne obrigkeitliche Ahndung blei-ben!" sprach er: „Straflosigkeit ist die Pstegmntter der Verbrechen.Das Obcramt soll Meldung empfangen; die junge Sünderin aber,von der Arbeit verstoßen, nie wieder die Schwelle unsers Hausesberühren. Du aber," fügte er heiterer hinzu, indem er sich zuseinem jüngsten Sohne, einem nun achtzehnjährigen Jüngling,wandte: „Dn Pierot, wirf Livins und Horaz ans die Seite; eil'in die Stadt, bringe Josephen ihr oder Gottfrieds Eigcnthum,und sag' ihr, das Vorzeichen bei der Verlobung hätte gelogen;cs schäme sich, und käme deßwcgen reuig zurück. Ihre Ungeduldaber gehörig zu quälen, wickle den Ring in so viel Papier-schnitzel, daß sie wenigstens eine Viertelstunde zu schaffen hat,bevor sic sich mit eigenen Augen von der Wahrheit des Wundersüberzeuge." _