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1V. Eine neue Vision.
Schon voraus sich an dem Erstaunen Josephens ergötzend,eilte der Abgesandte mit dem wohlcingcklcidcten Kleinod znrStadt, und durch die Straßen derselben znr Wohnung des Bru-ders. Er trat fast odemlos ins Zimmer. Der Künstler saß mitseiner Gattin beim einfachen Mittagsmahl, während ihr Kindunweit davon im zierlichen Bettchen schlief.
„Woher zu so ungewohnter Stunde?" rief ihm Gottfriedentgegen.
„Um euch Beiden eine gute Lehre über den Werth aller Vor-bedeutungen nnd Weissagungen zu geben!" antwortete mit schlauemLächeln der Gefragte, nnd zog sein gcheimnißvolles Päckchen her-vor. „Seht hier, — es kam ein Mann, — hier Hab' ich --"
„Still! o still!", rief Plötzlich die junge Frau, nnd fuhr vonihrem Sitz auf, nnd Todtenbläffe überzog ihr Gesicht: „Schweigstill, lieber Pierot! Ich weiß Alles. Du bringst mir den verlornenTrauring!"
Jetzt war die Reihe des Erstaunens an dem überraschten Bo-ten, der ganz verblüfft die Schwägerin anstarrte. Auch sein Bruderstand verwundert Von, Sitz auf, nnd fragte: „Was gibt'S? Wastreibt ihr für seltsames Spiel?"
„Ach!" seufzte Joscpha tief auf, und Freude rothete wiederihre Wangen: „Mir ist ja Alles bekannt! Vor einigen Tagenschon träumte mir, — ich erzählte am Morgen, als ich das Bettverließ, unserer Barbara den Traum — da kömmt sie selber!Barbara, mein Traum ist Wahrheit geworden!"
Ein junges Dienstmädchen war ins Zimmer getreten und be-trachtete nun verlegen die entzückte Gebieterin.
„Was denn hast dn geträumt, Kind?" fragte Gottfried mitungeduldiger Neugier.