Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
Seite
82
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ist's wirklich!" rief sie froh aus:Er ist's! Das wird Neber-raschniig, das wird Freude geben! Tausend, tausend Dank! Aberwo und wie ist man zu dem glücklichen Fund gelangt? Und wer?Und wie kam man auf den Gedanken an uns? Ich kann es nichtbegreifen. Treten Sie mit mir ins Zimmer. Sie müssen mir aus-führlicher erzählen."

Er gehorchte und hier gab der wackere Mann die verlangtenAufschlüsse in folgender schlichten Erzählung:Bei mir arbeitetzuweilen im Taglohn ein junges Bauernmädchen. Ei, Sie ken-nen es wohl; es taglöhucrt auch bei Ihnen und säubert die Gar-tenwege vom Unkraut; cs ist die Lisabeth! Wohlan, diesen Mor-gen kam sic zu mir, wie gewöhnlich. Statt jedoch an die Arbeitzu gehen, nahm sic mich beiseite; zeigte mir den Ring, und batmich, ihn an einen Goldschmied in der Stadt zu verhandeln. Ergehöre ihrer Mutter."

Ist's möglich!" rief Madame Jansen:Ein so jungesGeschöpf und schon eine so zungenfertige Lügnerin?"

Ich besah mir die verdächtige Waare und schöpfte gerechtenArgwohn, ließ aber nichts davon bemerken; sondern sagte: Wieist deine Mutter, oder wie bist du dazu gekommen? Sprich reineWahrheit; wo nicht, so verkauf' ich dir ihn nicht, und muß glau-ben, du habest ihn dir auf ungerechte Weise irgendwo zugeeignet.Aber eine Diebin bist du nicht. Du hast den Ring vermuthlichnur gefunden. Das Mädchen stand lange Zeit betroffen da.Ich las deutlich aus seinem Gesicht, ich habe die Geschichte glück-lich errathcn. Auf mein Zureden gestand mir Lisabeth endlich:sie habe, aber schon vor vielen Jahren, zufällig beim Grasrupfcnim Garten des Herrn Bcrgdircktors den Ring, im Nosenhagchangend, erblickt; ihn zu sich genommen, und, zurückgekommenin ihr Dorf, ihn der Mutter gewiesen. Diese hätte ihn ansbe-wahrt, und gesagt: das muß sich einmal für dich in einen schönen