Print 
14 (1853)
Place and Date of Creation
Page
77
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
 

77

Joseph« saß stumm in Leichenblasse da, nur unter Mühen sichanftechthaltend, um nicht beim Schwanken des umhergeworfencnFahrzeuges zu Boden geschmettert zu werden. Zwei junge Män-ner, ein preußischer Kavallerie-Offizier »nd ein kleiner, lustigerFranzose, gerührt von der Verzagtheit des jungen Weibes, näher-ten sich, sie zu beruhigen oder zu unterstützen. Sie sah, sicherteKeinen. Ihre Augen flogen irre nmher, im znsammengedrängten,nmhergeschleudertcn Menschcngetnmmel, den Einzigen zu suchen,der ihr Letztes und Alles in der Welt war. In diesem Augen-blick warf ein schwerer Stoß Alles durch einander. Mehrere Men-schen stürzten nieder. Das Schiff war, inmitten des Rheins, aneiner Sandbank gestrandet und blieb an ihr behängen. EineInsel, mit Erlen nnd Wcidcngcbüsch überwachsen, zeigte sich ein-ladend für die Unglücklichen in der Nähe; doch eine ziemlich breiteWasserstraße floß zwischen ihr nnd ihnen.

Da erschien ans dem Gewühl der Haufen Gottfried wieder,mit ruhiger Fassung »nd Entschlossenheit.Noch ist Rettungmöglich," sagte er nnd warf seinen Ncbcrrock von sich:verliereden Mnth nicht, Joseph«; dann ist nichts verloren! Wir schwim-men hinüber; ich werde dich tragen und halten." Mit diesenWorten nahm er von ihren Achseln den rothe» Shawl, wand ihnum sich, als Gürtel, woran sie sich klammern könne. Andere, diees sahen, folgten seinem Beispiel, auch der junge Offizier.Ichbi» kein schlechter Schwimmer," sagte dieser:erlauben Sic, daßich zur Rettung der Dame beitrage, und wir sic zu größerer Sicher-heit zwischen uns nehmen."

»Lli, qns (Nadle, guwsl-ve quon tera de inoi? lener, jen'etais zanasis I'aini <Ie I'eau!« rief der kleine Franzose, nnddrehte sich dabei dreimal auf der Zehenspitze herum.

Ach, Gottfried, so gehen die finstern Vorzeichen in Erfül-lung !" seufzte Joseph«, nnd lehnte sich halbohnmächtig an ihn: