Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
Seite
75
Einzelbild herunterladen
 

7b

Schon gleichen Tages trennten sich Alle schweigend nnd traurig.Das junge Ehepaar begab sich auf den Weg zum Rhein.

O Gottfried!" seufzte Josepha:gedenkst du wohl des ge-brochene» Halmenkranzes? Der Tag unserer ewigen Vereinigungschon ein Tag der Thränen!"

8. Die Heimfahrt.

Es war der lieblichste Herbstmorgen des Jahres 1840, derneunte September, als die beiden Liebenden auf einem Dampf-schiffe den großen Grenzstrom Deutschlands hinabsuhren. DerGlanz des Himmels, die in bunter Anmnth leuchtenden Ufcrgegen-den, das muntere Treiben der zahlreichen Reisegesellschaft, ausPersonen von allerlei Völker» nnd Sprachen zusammengesetzt, da-neben der stillselige Hoffnungsblick ans die Zeiten am eigenenHerde, verstüchtigten das letzte, trübe Wölkchen des Nnmuths.Der Künstler schilderte seiner jungen Gattin recht malerisch Straßen,Gebäude, Plätze und Umgebungen der Stadt, welche sie mit ihmnun bewohnen würde; die Liebenswürdigkeit der Familien, mitwelchen er daselbst in traulicher Verbindung lebte; am ausführ-lichsten aber die eigene Behausung, mit allen Zimmern und derenBestimmung, Einrichtung, Schmuck und Geräth, wo die TochterVelito'S fortan nur allein waltende Königin sein solle. Und dieFarben, in denen er einzelne Gegenstände gefällig hinznstellcnwußte, wurden im Prisma der weibliche» Phantasie zur flammen-den Glorie. Josepha hätte voll Entzückens den Erzähler mit ihrenArmen fest umschlingen nnd mit den brennendsten Küssen jedes Wortbezahlen mögen, wären nicht der fremden Zeugen zuviel auf demSchiffe gewesen.

Jählings erhob sich auf dem Verdeck ängstliches Geschrei,wildes Toben, rohes Fluche» des Steuermannes, der einzelnen