Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
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stellt heutiges Tages die Protestanten den Ungläubigen und Hei-den gleich, verbietet die gemischten Ehe»; nennt sie nicht Ehen,sondern Concubinate; will wenigstens die Kinder katholisch erzogenhaben. Meinen Sie, die Priester werden nicht früh oder spät dasFräulein Velito mit tausend Zweifel» und Gewissensplagen heim-suchen? Und dann-"

Dann, Herr Nachbar, ist Fräulein Velito, ich weiß cs, ver-ständiger," unterbrach ihn der Alte:Sie weiß so gut wie wirBeide, daß sich nicht Concordienformcln und Konfessionen ver-mählen, sondern Herzen; daß Vernunft und Religion dasjenigeerlauben müssen, was Gott in die Menschheit gelegt hat, chedenn ein Papst war. Natur und Vernunft sind Werke und ThatGottes; darum kann Unnatur und Unvernunft nicht zugleich Wahr-heit und Religion sein. Kirchen sind menschliche Bauwerke, die oftdas Allcrheiligste, statt zu bewahren, einkerkern und verpfuschen."

Verpfuschen oder nicht! Dem ist nun einmal so," wandteHerr Grübelich ein:Die römische Kurie will nun einmal ihraltes Universalreich wieder Herstellen. Und es gelingt ihr. Siehat ihre leichten Truppen, die Jesuiten, Redemptoristen und wiesie alle heißen mögen, überall in protestantischen und katholischenLändern siegreich vorgeschoben; Mönche und Weltgcistliche stehen,als Linientruppen, in Dörfern, Städten und Fürstensäle» schlag-fertig. Die Regierungen werde» zuletzt kapituliren müssen. Glau-ben Sie mir, es ist heut zu Tage nicht mehr geheuer im Wein-berg des Herrn, und daher meine Furcht für die Zukunft Ihresjungen Brautpaars nicht eitel."

Vater Jansen lachte laut auf und rief:Sie sind vom Wirbelbis zur Sohle Hypochonder, Geister - und Gespcnstersehcr geworben.Possen! Bilden Sie sich denn ein, daß Gottfried und Joscpha amEnde noch dem heiligen Vater den Pantoffel küssen und Kirchen-bußc thun müssen? Oder gar ich selbst? Höre» Sie: