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den lagen. „Wie?" rief sie noch beklommener; „Was bedeutetdas? Es wird nichts?"
Ihr kindliches Verzagen erregte ein gutmüthiges Lächeln inGottfrieds Gesicht. Mit der Miene eines Mannes, der über Vor-urtheil und Aberglauben erhaben steht, sprach er: „Sieh jetzt inkeinen Spiegel, du würdest dich vor dir selber fürchten, wenn dudich erblicktest. Zum Kinderspiel gehört Lachen. Komm, wirsiechten in größter Geschwindigkeit noch drei, vier solcher Dinge.Eins wird gcrathen, dann haben die mißlungenen andern offenbarUnrecht."
Sic schüttelte den Kopf und wandte sich einige Schritte vonihm weg, ihren Unmuth zu verbergen. Er indessen pflückte eifrigfrische Halmen. Er schien mit Suchen und Wählen noch nichtam Ende zu sein, als sie wieder ^u ihm trat. Ja, da er sichaus der gebeugten Stellung anfrichtctc, waren seine Hände nochleer; seine Mienen voll innern Aergers und Verdrusses.
„Warum blickst du so finster?" fragte sic verwundert: „Sofängst du endlich auch an, wie ich, das böse Zeichen zu fürchten?Ich wünschte, ich wüßte nichts; hätte der Versuchung widerstanden.Uns steht Unglück bevor!"
„Nein!" rief der Künstler und erzwang eine gewisse Munter-keit: „Nein, es steht nicht bevor, denn es ist schon da. Ich weißnun, was dein verfehlter Kranz bedeutet. Hilf mir den verlornenRing wieder finden. Er muß, glaub' ich, hier irgendwo liegen.Er ist mir, der Himmel weiß, wie und wann? vom Finger ent-schlüpft, beim Pflücken im Grase, oder beim Flechten; oder--"
„Welcher Ring?" fuhr sie ängstlich auf: „Doch nicht dermeinige; der Ring unserer Verlobung?"
„Sei ohne Kummer, liebe Joseph«. Der treulose Flüchtlingsoll bald wieder cingefangcn sein!" sagte er; aber sagte es etwasunsicher» Tons, und fuhr fort zu suchen.