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Die getrennten Kränze.
Aber, wie Jedermann weiß, hat anch der Frcndcnhiimncl seineWölkchen und Wolken; das Leid schleicht der Lust, der Schattendem Lichte nach. Eine Welt ohne Wechsel wäre nicht die besteWelt; »nd ein Leben ohne Thränen wurde allen Seligkeiten hie-niedcn den Zauber abstrcifen, durch den sic uns entzücken.
Die Zeit kam, da der junge Jansen seine Wohnstätte in derFremde wieder aufsnchcn, »nd das Fräulein Vclito in die Armeder ungeduldigen, liebenden Mutter heimkehren mußte, deren Trostsic war. Die TrennnngSstnnde ließ sich nicht mit Seufzern undThränen znrncktrciben; in jeder Minute trat sic eine Minutenäher. — Das Morgenrots, eines Hochzeitstages lag noch tief imNebel unbekannter Fernen verborgen. Wer konnte wissen, wann»nd ob cs je leuchten werde?
Die Liebenden, in so beängstigender Lage, ließen keinen Au-genblick, keine Einsamkeit nnbenntzt, sich noch das Dringendsteund Wichtigste ihrer Angelegenheiten mitzutheilc». Sie hatteneinander natürlich unaussprechlich viel zu sagen, und das Besteließ sich nicht einmal mit Worten sagen. Man gab sich immernnd immer wieder Gelübde und Schwüre, die man zwar schongehört, auch keineswegs vergessen hatte, die aber nothwcndig wie-derholt werden mußte», weil sic, in der Vergangenheit, Vergäng-liches werden konnten. Man entwarf ausführliche Baupläne undGrundrisse des künftigen Elysiums; füllte sie mit den gewähltestenFarben aus; änderte sie täglich wieder ab, je nachdem man nochSchöneres über Nacht, mit geschlossenen Augen, oder am HellenTage mit offenen, geträumt hatte.
„Ach!" seufzte Joseph« nnd ließ traurig das Köpfchen hän-gen: „wird das Eden, das so reizend in unfern Träumen blüht,nur blüthcnrcichcr Tranm bleiben; wird es in Wahrheit und