Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
Seite
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Antwort überrascht, erglänzte das Antlitz des Greises in unge-wöhnlicher Heiterkeit. Er drückte die Hand der Schüchternen mitRührung, und sprach: „Sehen Sie mir ins Auge, Josepha, offenund vertrauensvoll!" Er zog sie, bei diesen Worten, näher ansich: „Josepha, soll ich dein Vater sein?" — Sic lehnte IhrHanpt stillschweigend an seine Brust.

„Sprich doch," fragte er nochmals: „Willst du mir Tochterwerden?" — Sie legte Ihren Arm um seine» Nacken, und blickte,wie m» Liebe bittend, zu ihm ans. Er küßte ihre Helle Stirn,winkte dem Söhne, und sprach mit zitternder Stimme: „Gottmit euch, ihr lieben Beide!" und er schloß Beide in seine Arme.

Es wäre ganz überflüssig, hier noch zu sagen, daß MadameJansen früher schon, als ihr Gemahl, in Einverständniß undPläne des jungen Paars cingcweiht war. Wie konnten Dingesolcher Art dem Scharfblick weiblicher Augen, der thcilnehmendenSvrglichkeit einer Mutter gehcimnißvoll entschlüpfen? Nebcrflüssig,zu sagen, daß Gottfried von der Wittwc des Obersten Vclito Ein-willigung nnd Segen derselben erflehte und empfing; daß die kleineLina nnd die ganze Schaar ihrer anwesenden nnd abwesendenBrüder die neue Schwester jauchzend begrüßten; daß Verwandtennd Bekannte, nach alter Landesübnug die schmeichelndstcn Glück-wünsche ins Haus des Direktors trugen, und am Kaffeetisch derGevatterinnen die klugen Nasen zu der sonderbaren Parthie rümpf-ten , der sie unmöglich Beifall geben konnten.

Genug, die Verlobung ward in aller Form gefeiert; Goldringum Goldring als Wahrzeichen und erstes Glied der zukünftigenEhestandskette zwischen Braut nnd Bräutigam getauscht. DerHimmel war ans Erden.