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14 (1853)
Entstehung
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wollen uns, eh wir den ewigen Bund schließen, in unser» zar-testen nnd — unzartesten Eigenheiten kennen lernen. Dies istnur in erlaubten, traulicher» Verhältnissen des Umgangs möglich.Fühlen wir uns dann einst nicht — ich fürchte cs nicht! — ganzfür einander geeignet, dann — ein Verlöbnis; ist leichter gelöst,als ein heiliges Ehcband zerrissen."

„Gut, sehr gut!" entgcgnetc der Vater: „Doch eins nicht zuvergessen. Sie ist Katholikin; du bist Protestant!"

„Wir haben es nicht vergessen. Wie sollten wir das?" ver-setzte Gottfried: „Die Religion, der wir Beide angchören, isteine »nd dieselbe; die alle Kinder des himmlischen Vaters mit ihmnnd in ihm vereint. Nicht die Religion, sondern nur Kirchen-thnni nnd Sektenthum trennt Menschen nnd Völker von einander.Sind die Herzen in Gott eins, mögen die Kirchen zweierlei blei-ben, oder dreierlei; nnd die Priester sich gehässig einander ver-ketzern nnd des Jrrthnms zeihen. Sie haben beide, ohne Zweifel,recht. Denn Christus war weder Katholik, noch Protestant. Mei-nungen nnd Neberzeugnngen, irrige, wie wahre, hängen nicht vonunserer Willkür, noch weniger von einem Kabinetsbcfchl oder einerPriesterantorität ab; sondern von den verschiedenen Stufen desLebensalters, der Erfahrungen, Einsichten und Schicksale"

„Sehr philosophisch, sehr gelehrt!" rief Herr Jansen: „Wieaber, denken Sie auch so, wie der Ketzer da?" fragte er lächelnddas blöde Mädchen, welches kaum aufzublicken wagte: „Waswird Ihr Beichtvater sagen, wenn er Sie an die neuesten Befehledes heiligen Vaters mahnt?"

Sie crröthctc nnd finsterte endlich halblaut: „Er wird die Be-fehle des heiligen Vaters pflichtmäßig vollziehen, zur Aufrccht-haltung von dessen Reich auf Erden. Und ich — ich will dieheiligen Befehle Gottes vollziehen in meinem Herzen."

Von dieser, in ihrer Art, etwas sonderbaren, aber einfachen