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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Frankreich in der Zeit der durch die Kirchentrennung

welcher die streitenden Parteien Gelegenheit fanden, sich die Kräfte derMassen dienstbar zu machen, und jede Partei aus der Besorgniß fürihre Religion und dem Anblicke der dieselbe bedrohenden Gefahren stetsneuen Eifer zum Kampfe schöpfte. ES waren Kriege staatlicher Um-wälzung, sofern es persönliche Bestrebungen waren, die sich mit demSchein einer Vertheidigung der beiderseitigen Religionen bekleideten undvon beiden Seiten die Führer sich von aller staatlichen Ordnung los-sagten, um das Recht der Gewalt an die Stelle der von den berufenenHäuptern des Staates schlecht gewahrten Würde der Negierung zusetzen. Der Kampf theilte sich in den fast allenthalben gleichzeitig ge-führten regellosen und räuberischen Kampf, wie ihn die gelegentlicheBerührung der erbitterten Parteien brachte, und in den von den Häup-tern der Parteien mit gesammelten und geordneten Kräften in kriegeri-scher Weise geführten Kampf, dessen wechselnde Erfolge, soweit ihrEindruck wirken konnte, auch in dem Einzelkampf die Parteien wechselndhoben und niederdrückten. Nichts aber wurde in diesen im Namen derReligion geführten Kriegen mehr als die Religion gehöhnt, welche unterdem grausamen Spiele entfesselter Wuth ihre Macht über die Gcmüthereinbüßte und nach dem Verstummen des Waffengetöses die Heilung derfurchtbarsten Verwilderung zu beginnen hatte.

4. In den drei ersten Kriegen (15621563,1568,

15691570) war die Partei der Guisen siegreich. Doch mußte sie,ohne die gewonnenen Vortheile weiter zu verfolgen, den Kampf jedesmalunterbrechen und die Gegenpartei durch Zugeständnisse beschwichtigen, weildie Mittel zur Fortsetzung des Krieges fehlten und der Krieg selbst auchaus dem Lande die Einkünfte nicht in geregelter Weise der Negierungzufließen ließ. Zu Anfang des Krieges wurden Orleans und RouenHauptpunkte für die Macht der Hugenotten. Schon hatte mau durchWegnahme von Blois, Tours, Poitiers und Bourges die Stadt Orleansvereinzelt, als man sich gegen die Engländer wenden zu müssen glaubte,die von den Hugenotten Havre de Grace erhalten und eine Besatzungin Rouen geworfen hatten. Rouen wurde erobert, bei der Eroberungaber erhielt König Anton eine tödtliche Wunde. Als darauf Condö,mit deutschen Truppen verstärkt, ohne daß er Paris hätte nehmen kön-nen, in die Normandie kam, wurde er von dem durch spanische Truppenaus den Niederlanden verstärkten Guise bei Dreur geschlagen und ge-fangen, während auf der Seite der Sieger St. Andre fiel und Mont-morencp in die Hände der Gegner gerieth. Nun begann die Belagerungvon Orleans, aber während derselben erlitt die siegreiche Partei denschwersten Verlust durch den Tod Guise's. Ein Hugenotte, der zu diesemEnde in das katholische Heer eingetreten war, ermordete ihn. DieserVerlust und der Wunsch Katharinens, die Engländer vertrieben zu sehen,