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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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657
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Spanien, Deutschland und Italien zur Zeit des Königs Philipp II. gg?

Seitens der Protestanten mit Neligionsbeschwerden, insbesondere mitAngriffen auf den kirchlichen Vorbehalt geantwortet wurde. Noch schwie-riger wurde des folgenden Kaisers Stellung sowohl dem Reiche alsden Erblanden gegenüber. Es begann für Deutschland in dem Kampfeder Religionen der Rückschlag, durch welchen die katholische endlich einenso großen Theil des verlorenen Bodens wiedergewann, daß die größereHälfte der Bevölkerung der katholischen Kirche erhalten und wiederge-wonnen wurde. Rudolph, der in Spanien erzogen war, stand zwarentschieden ans katholischer Seite, aber seine persönliche Thätigkeit hatgeringen Anlheil an jenem Ergebnisse, da er in Liebhaberei für Alter-thümer, sowie für die in Astrologie und Alchymie ausgcartelen Wissen-schaften der Astronomie und der Chemie vertieft, wenig Kraft für denZweck der Negierung entwickelte. Desto entschiedener wurde er selbstbei der Unzufriedenheit, an der cs nicht fehlte, der Gegenstand derBeschwerden. Namentlich waren die Protestanten über manche Erfolge,welche den Katholiken bei Vertheidigung ihres Besitzstandes zu Theilwurden, voll Unwillens. Es zeigte sich auch in den Erblanden desfallsgroße Unzufriedenheit. Dazu kam die andere Unzufriedenheit, welchebei einem kurz nach Rudolphs Thronbesteigung in Ungarn wieder aus-gebrochenen Türkenkriege durch des Kaisers Unthätigkeit erregt wurde, daman das Land durch den Krieg und durch die Bewegungen der dortigenProtestanten in Verwirrung sah. Es kam dahin, daß die Glieder desHauses an Rudolphs Stelle, ohne seine Kaiserwürde anzutasten, einenandern aus ihrer Mitte setzten. Der Erzherzog Ferdinand von Tirolund Vorderöstrcich war im Jahre 1595 gestorben und, da seine Ge-mahlin Philippine Welser aus Augsburg keinem fürstlichen Geschlechteangehörte, waren seine Söhne zur Nachfolge unfähig. Es waren daherseine Länder einem der Brüder des Kaisers, dem Erzherzoge Maxi-milian, so übergeben worden, daß er sie Namens der östreichischen undder steiermärkischen Linie des Hauses regieren solle. Der ErzherzogKarl von Steiermark war im Jahre 1590 gestorben, und für seineSöhne führte die Mutter die vormundschaftliche Regierung. Sämmt-liche Erzherzoge, mit Ausnahme des in den Niederlanden lebenden Al-brecht, versammelten sich im Jahre 1606, von Matthias, dem ältestenBruder des Kaisers, berufen, in Wien, das Rudolph allein von allenFürsten seines Hauses als Wohnsitz gegen Prag vertauscht hatte. IhreBerathung galt der Lage ihrer Länder und sie gelangten zu dem Be-schlüsse, Matthias für das Haupt des Hauses zu erklären. Daraufwurde ein von den unzufriedenen ungarischen Protestanten ausgegangenerAufstand durch Bewilligung freier Religionsübung gestillt und mit denTürken, bei welchen Suleiman die Reihe thatkräftiger Herrscher ge-schlossen hatte, der Krieg durch einen Frieden geendet, mit welchem die