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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Spanien, Deutschland und Italien zur Zeit des Königs Philipp II. ßgz

flußreicher Rath des neuen Kurfürsten Christian I., Krell mit Namen,beseitigte die Verpflichtung der Prediger auf die Concordienformel, undderen eifrige Anhänger verloren ihre Aemter. Doch der Tod des Kur-fürsten im Jahre 1591, der wegen der Unmündigkeit des NachfolgersChristian II. ein eifrig lutherisches Glied der Ernestinischen Linie alsVormund an die Negierung brachte, führte den abermaligen Sturz desKrpptokalvinismus herbei, und dessen Beförderer Krell, der dem Adeldes Landes verhaßt war, starb nach zehnjähriger Gefangenschaft aufdem Blutgerüste. Während aller dieser inneren Streitigkeiten behaup-tete sich der Protestantismus beharrlich in seiner feindseligen Stellunggegen die katholische Kirche. Mit welchem Argwohn Alles, was aufkatholischer Seite vorging, aufgenommen wurde, zeigten unzählige Neli-gionsbeschwerdcn, welche die Protestanten auf den Reichstagen ver-brachten. Einen ganz vorzüglichen Gegenstand ihrer Klagen bildetendie Bemühungen katholischer Fürsten, in ihren Ländern den Fortschrittdes Protestantismus zu hemmen oder der Kirche den entzogenen Bodenwieder zu gewinnen. Die Abneigung machte sich aber auch außerhalbdes religiösen Gebietes geltend, wie denn eine auf Veranlassung PapstGregors XIII. bewerkstelligte Verbesserung der Zeitrechnung, durch welcheein in Cäsars Kalender gebliebener Jrrthum beseitigt wurde, von denProtestanten bloß deswegen, weil sie vom Papste ausging, zurückge-wiescn wurde und erst im Jahre 1700 bei ihnen Aufnahme fand.

10. Die katholische Partei zählte außer dem kaiserlichen Hause nur»och zwei größere Fürstenhäuser, das klevische, das über Jülich, Cleve,Berg, Mark und Ravensberg herrschte, und den bairischen Zweig deswittelsbachischen Hauses. Unter der Herrschaft der klevischen Herzogs-familic wurde der Kirchentrennung im Lande nicht entschieden gewehrt,wie ihr kein Vorschub geleistet wurde. Es trat in Betreff der Religioneine gewisse Unbestimmtheit des Zustandes ein, während dessen die neueLehre ihren Weg in das Land fand, aber keinen Kampf erregte. Da-gegen traten in Baiern die Herzoge Albrecht V. (15501579), Wil-helm V., und als dieser im Jahre 1598 die Negierung niedergelegthatte, Marimilian, den noch lange Zeit des Vaters Rath leitete, alseifrige Vorkämpfer der katholischen Kirche auf. Sie brachen den Stromder unter dem Namen Reformation gegen die Kirche andringendenNeuerung und beförderten die innerhalb der Kirche Vorgehende Refor-mation, wie sie das Concil von Trient vorgezeichnet hatte und wie sie«n den Jesuiten ein tüchtiges Werkzeug fand. Die Verhältnisse deröstreichischen Lande waren sehr verwickelt. Kaiser Marimilian hattevon den östreichischen Erblanden nur das Erzherzogthum erhalten, wäh-rend Ferdinands I. zweitem Sohne Ferdinand Tirol mit Vorderöstreichund dem dritten Sohne Karl Steiermark, Kärnthcn, Kram, Görz, Triest