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2 (1857)
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1390
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Um gehörig gewürdigt zu werden, muss die Tragweite der entschlossenenHaltung des an sich selbst angewiesenen Fürsten nach dem Massstabe, welcherauf die ersten Ausbrüche der rohen Gewalt in Revolutionen eigends anwendbar ist,ins Auge gefasst werden.

Hätte nicht in des Fürsten hohen Sinn für Recht und Pflicht die Kraft unddie Entschlossenheit gelegen, welche ihm den Sieg über den Aufstand zu Praggesichert hat, welche unberechenbare Folgen würde nicht das Unterliegen derschirmenden Gewalt daselbst auf die Erhebungen in der Hauptstadt des gesammtenReiches gehabt haben, und in welche Lage wäre nicht die unter ihrem lielden-müthigen Anführer im Kampfe mit einem äusseren und mit inneren Feindenstehende kaiserliche Armee jenseits der Alpen versetzt geworden?

Das düstere Geschick, welches damals über der ganzen Monarchie waltete,rief den Fürsten Win disch-Grätz gar bald zu noch weit umfassenderer Tluttig-keit. Das Herz der Monarchie hatte selbst sich empört und die Rebellion den Kaiserveranlasst, die Residenz zu verlassen. Der Fürst, der sich für diesen voraussicht-lichen Fall unumschränkte Vollmachten von Sr. Majestät dem Kaiser erbeten hatte,eilte, die gesetzliche Ordnung wieder herzustellen und traf Vorkehrungen, mitallen in Böhmen disponiblen Truppen vor das enrpörte Wien zu rücken. Binnen10 Tagen waren tlicils mittelst Eisenbahn, tlicils in forcirten Märschen 12 Bataillone,18 Schwadronen, 47 Geschütze und 4 Briickenerjuipagen vor der Stadt eingetroffen.Zu diesen kamen noch 10 Bataillone, 8 Schwadronen und 24 Geschütze aus Mähren,Schlesien und Krakau.

Fürst Windisch-Grätz, am 15. October zum Feldmarschall und Oher-Commandanten aller ausserhalb Italien stehenden Truppen ernannt, traf am24. October in seinem Hauptquartiere zu Hetzendorf ein und mit ihm kehrte dieZuversicht, dass die gute Sache siegen müsse, wieder.

Die Belagerungsarmee ward in 3 Corps mit einer Reserve-Division oinge-theilt. Man schritt sogleich zur engen Einschliessung der Stadt und besetzte biszum 26. grösstentheils unter stetem Kampfe den Augarten bis zur Taborlinie, denPrater und die den Linicnwällen zunächst gelegenen Puncte.

Der Fürst, entschlossen denWeg der Milde so lange als möglich zu verfolgen,bot der Stadt 48 Stunden Frist zur Unterwerfung. Selbst bereit, derselben dieFolgen einer Beschiessung und der gewaltsamen Einnahme zu ersparen, würde ersich auf die Abschliessung der Stadt von jeder Zufuhr entschlossen haben, wenndie Ablehnung der Aufständischen gegen die Unterwerfung, welche sieh auf dasIlerannahen ungarischer Hülfe stützte, ihm nicht zur Pflicht gemacht hätte, dieRebellion auf schnellem Wege niederzuschlagen.

Die Aufgabe, welche der Feldmarschall auf den 28. October anberaumt hatte,erfüllte sich auf die glänzendste Weise. Die ganze Vorstadt Landstrasse, der Heim-weg und die Leopoldstadt waren genommen. Die Hingebung der Truppen, wie

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