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kaiserlichen Heere so weit überlegen war, beschränkte sich nur auf die Einschliessung Peschiera’sund den Angriff auf unsere Brigade bei Pastrengo, wo die Division Wo eher am 28., 29. und30. April lebhafte Kämpfe bestand und dann den Rückzug bei Ponton antrat. Schon früher am7. April überfiel Oberst Benedek bei Marearia, am 8. General-Major Fürst Liechtensteinbei Montebello, am 11. General Fürst Taxis in Castelnuovo feindliche Schaaren, wodurch dieVerbindung mit Peschiera theilweise hergestellt wurde.
Karl Albert beschloss am 6. Mai einen Versuch auf Verona zu machen, und durch einenentscheidenden Schlag das Ziel seines ehrgeizigen Strebens zu erreichen. Feldmarschall GrafRadetzky, welcher zur Verbindung mit Tirol 2 Brigaden im Etschthale oberhalb Verona postirthatte, schlug mit blos 19,000 Mann den Angriff des mehr als doppelt überlegenen Feindes aufdem Schlachtfelde von Santa Lucia ab. Wichtig war dieser Tag in seinen Folgen, denndie Österreicher waren ihres Sieges gewiss, während in der feindlichen Armee das Vertrauenzum Führer schwand.
Der Feldmarschall erwartete hur das Reservecorps unter Feldzeugmeister Nu gen t, umdie Offensive zu ergreifen. Dieser hatte am Isonzo 18,500 Mann gesammelt und begann am17. April die Unterwerfung des Festlandes. Er nahm Udine und erreichte am 27. die Piave.Hier standen mehrere feindliche Corps, um das Vordringen Nugent’s zu hemmen. Dieserbesetzte am 6. Mai ohne Schwertstreich Feltre und brach, nachdem er des Feindes Aufmerksam-keit über seinen wahren Übergangspunct täuschte, bei Pederobba durch, drängte die nur schwa-chen Widerstand leistenden feindlichen Abtheilungen zurück, besetzte Visnadello und nahm einedrohende Stellung gegen Treviso. Die Trevisaner riefen nun den bei Piazzola stehenden GeneralDurando zu Hülfe. Kaum war derselbe in Mogliano eingetroffen, als Feldmarschall-LieutenantGraf Thurn (wegen Erkrankung Nugent’s) in einem Gewaltmarsche Fontaniva erreichte undauf Vicenza zog. Durando versuchte es, ihm zuvorzukommen, konnte es aber nicht hindern,dass derselbe, Vicenza umgehend, die Strasse nach Verona gewann. Thurn musste zwar aufBefehl des Feldmarschalls einen Versuch auf Vicenza machen, stiess jedoch auf das ganze bereitseingetroffene Corps Durando’s, gab den Plan auf und vereinigte sich mit der Hauptarmee.
Feldmarschall Radetzky theilte jetzt seine 40,000 Mann (43 Bataillone Infanterie,44 Schwadronen und 151 Geschütze) in drei Corps. Das erste unter Feldmarschall - LieutenantGraf Wratislaw, das zweite unter Feldmarschall-Lieutenant Baron d’Aspre, die Reserve unterFeidmarschall - Lieutenant W o c h e r.
Die Piemontesen hatten mit ihrem rechten Flügel am rechten Mincio-Ufer Goito, am linkenRoverbella und Villafranca besetzt. Das Centrum deckte auf den Höhen von Sommacampagnaund Sona die Belagerung Peschiera’s; der linke Flügel endlich stand am Plateau von Rivoli.Oberhalb dieser letzteren Stellung im südlichen Tirol an der Etsch stand die Brigade Zobel.Hier sollte ein neues Armeecorps zusammengezogen werden. Feldmarschall Radetzky beschlossden feindlichen rechten Flügel zu werfen und im Rücken des Centrums zum Entsätze Peschiera’svorzudringen. Er führte einen Flankenmarsch gegen Mantua aus, während Zobel bis Bardolinovorrückte, um die Aufmerksamkeit des Gegners zu fesseln. Radetzky griff am 28. Mai denfeindlichen rechten Flügel bei Curtatone an, warf denselben und drang auf Goito vor, wo Bavadas ganze erste Corps der Piemontesen zusammengezogen hatte, drängte selben zurück undmusste bei dem eingebrochenen furchtbaren Regen einige Tage unthätig bleiben.
Auf die Nachricht vom Falle Peschiera’s und dem Ausbruche des zweiten Wiener Aufstan-des gab Feldmarschall Graf Radetzky, der die Armee nicht aufs Spiel setzen konnte, seinenOperationsplan auf und rückte rasch nach Vicenza, wo er am 10. Juni Durando zu einer