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„Lieber Herr Oheim Erzherzog Karl!
Die seltene Feier, welche Euer Liebden als Grosskreuz dos militärischen Maria Theresien-Ordens begehen, bietet Mir einen erfreulichen Anlass, Ihnen die Insignien des besagten Ordensin Brillanten, als Merkmal Meiner hohen Achtung und dankbaren Anerkennung der grossenDienste, welche Sie Meinem in Gott ruhenden Herrn Vater und dem Staate geleistet haben, zuverleihen, wobei Ich Mir jedoch das Vergnügen Vorbehalte, selbe Ihnen heute in Gegenwartder versammelten Maria Theresien-Ordensglieder und der hiesigen Garnison Selbst zuzustellen.Ich wünsche vom Herzen, dass diese Insignien noch durch viele Jahre zur Freude UnseresHauses, zum Stolze des Ordens und der von Ihnen so oft zum Siege geführten Armee EuerLiebden Brust zieren und Ihren Nachkommen zur Aufforderung dienen möge, dem Vorbildedes hochverehrten Vaters nachzustreben.
Wien, am 5. April 1843. Ferdinand m. p.“
Unter demselben Datum verordnete der Monarch, dass die Auszahlung der Maria Theresien-Ordens-Pensionen, welche in Folge der Zeitumstände einige Veränderungen erlitten hatten, vondem gegenwärtigen Verwaltungsjahre, angefangen wieder nach ihrem vollen Betrage in Conven-tions-Münze stattfinde, und erliess diesfalls an den Haus-, Hof- und Staatskanzler, in dessen Eigen-schaft als Kanzler des Ordens, folgendes Allerhöchstes Cabinetsschreiben:
„Lieber Fürst Metternich!
Ich finde an dem Tage, an welchem Mein vielgeliebter und verehrter Herr Oheim, derErzherzog Karl Liebden das fünfzigjährige Jubiläum des auf dem Schlachtfelde ruhmvoll erwor-benen Maria Theresien-Ordens-Grosskreuzes begeht, eine Meinem Herzen erfreuliche Veranlas-sung hiermit anzuordnen: dass die Auszahlung der, Maria Theresien-Ordens-Pensionen, welchein Folge der Zeitumstände einige Verminderung erlitten hatten, von dem gegenwärtigen Ver-waltungsjahre angefangen, wieder nach ihrem vollen Betrage in Conventions-Münze stattfinde.Sie haben in Ihrer Eigenschaft als Ordenskanzler Sorge zu tragen, dass diese Meine Verfügungsämmtlichen Ordensgliedern bekannt gemacht werde, so wie auch die zu deren Vollzug erfor-derlichen Einleitungen zu treffen.
Wien, am 5. April 1843. Ferdinand m. p.“
Am Vorabende des Jubelfestes (4. April) waren der Platz auf der Augustinerbastei vor demPalaste des Erzherzogs und der grosse Raum zwischen dem inneren und äusseren Burgthore mitzahllosen Menschen bedeckt, als um halb acht Uhr die vereinten Musikchors des Infanterie-Regiments Erzherzog Karl, Hoch- und Deutschmeister und Prinz Hessen-Homburg,so wie des zweiten Artillerie-Regiments, 200 Musiker und 100 Tambours, vor dem Palaste desErzherzogs Karl aufzogen und bei Fackelschein die Retraite begannen. Hierauf fiel, von 20 Tam-bours und 20 Pfeifern ausgeführt, der alte österreichische Zapfenstreich ein, wie er einst an denAbenden von Aldenhoven und Neerwinden dem Helden' nach den ersten Siegen ertönte. NachAusführung einiger Märsche ging dann der Zug durch die dichten Wogen begeisterten Volkes,von Fackeln beleuchtet, von Cavallerie begleitet, abwechselnd kriegerische Weisen anstimmendund den dermaligen Retraitestreich schlagend,' über die Augustinerbastei auf den äusseren Burg-platz vor die Fenster des Kaisers, dann auf den Hof an das Hofkriegsraths-Gebäude vor die "Woh-nung des Hofkriegsraths-Präsidenten, Generals der Cavallerie prafen von Hardegg.
Am Morgen des 5. April um halb 10 Uhr waren die Truppen der Garnison auf dem Glaciszwischen dem Schotten- und Burgthore formirt; im Centrum war unter dem Commando desGeneral-Majors Grafen von Lichnowsky am linken Flügel das Bataillon Erzherzog Karl-Infan-terie, zwei Bataillone Deutschmeister-Infanterie, zwei Bataillone vom Infanterie-Regimente Prinz
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