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2 (1857)
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KLUIS! von Nollendorf, Emil Friedrich Graf, k. preussischcr Foldmarschall, zuBerlin geboren, war Adjutant des Fcldmarschalls Möllcndorf und diente in den Rhein-Feld-zügen als Capitän im General-Stabe, wurde Vortragender Adjutant des Königs und blieb im Feld-zuge 1806 bei demselben; 1809 erhielt Kleist als General-Major die Commandantenstello vonBerlin, 1812 eine Brigade unter York, wo er sich bei Ekau besonders auszeichnete. Vom 20. Märzbis 20. April 1813 blockirte General-Lieutenant Kleist Wittenberg, bestand am 28. April einrühmliches Gefecht bei Halle, schloss nach der Schlacht von Bautzen als preussischer Bevollmäch-tigter den Waffenstillstand ab, und wurde mehrmals in diplomatischen Sendungen verwendet.

Bei Wiederaufnahme des Krieges kam Kleist mit seinem Corps zur österreichischen Armeein Böhmen, half Vandammo bei Kulm vernichten und wurde Ritter des Maria Theresion-Ordens. In der Schlacht bei Leipzig entriss er den Franzosen Markkleeberg, und als diese mitfrischen Colonnen auf ihn eindrangen, vertheidigte er seine Stellung gegen die vielfache Übermachtso lange mit beispielloser Entschlossenheit, bis der k. k. Feldmarscliall-Lieutenant Graf Nostitzzur Unterstützung herbeieilen konnte. In dieser Riesenschlacht gab Kleist so viele Beweise vonbesonderer Einsicht und Tapferkeit, dass ihn Se. Majestät Kaiser Franz mit Handschreiben ausRötha vom 20. October 1813 mit dem Commandeurkreuze auszuzeichnen sich veranlasst sah.

Hierauf blockirte er Erfurt, folgte später der Armee nach Frankreich und zeigte bei demRückzuge von Etoges grosse Einsicht und hohen Muth. Den Sieg bei Laon entschied er im Vor-eine mit York und führte bei Claye persönlich eine Brigade zum Sturme, worauf die Heere vorParis rückten.

Kleist starb zu Berlin am 17. Februar 1823 im 62. Lebensjahre.

WREDE, Karl Philipp Fürst von, k. bayerischer Feldmarschall, geboren am 29. April1767 zu Heidelberg, wurde nach abgelegten Studien IIof-Gerichtsrath in Mannheim, später Ober-Forstmeister und 1790 in den Reichs-Freilierrnstand erhoben. Im Jahre 1793 war Wrode pfalz-bayerischer Landes-Commissär bei dem k. Heere unter Feldzeugmeister Hohenlohe, dann beiWurmser, organisirte 1799, auf den Wunsch des Erzherzogs Karl, als Oberst das pfalz-bayerische Armee-Corps und zeichnete sich in mehreren Gefechten aus, im Jahre 1800 deckteer den Rückzug des k. Heeres über die Donau und kämpfte bei Hohenlinden.

Als General D er o i im Jahre 1805 verwundet wurde, übernahm Wr e de, bereits zum General-Lieutenant vorgerückt, den Befehl über die bayerische Armee, führte das Commando einer Divi-sion im Jahre 1807 in Polen und 1809 in Deutschland, wo er bei Landshut und Neumarkt mitAuszeichnung kämpfte, nach Tirol eindrang, dann aber zur französischen grossen Armee auf demMarchfelde stiess und bei Wagram verwundet wurde. Nach dem Waffenstillstände wieder nach Tirolgeschickt, bezwang er mitLefebvre den Aufstand in diesem Lande und wurde von Napoleonzum französischen Grafen ernannt und mit Gütern dotirt, im Jahre 1812 führte er eine Divisionnach Russland und siegte bei Polozk.

Bald darnach erhielt Wrede das Commando über das bayerische Heer am Inn, schloss am8. October 1813 mit Feldzeugmeister Prinz Reuss den Vertrag von Ried, und erhielt den Ober-befehl über das bayerisch-österreichische Heer. Mit diesem drang er gegen Hanau und lieferteNapoleon die zweitägige Schlacht am 30. und 31. October, in welcher er durch klugeDispositionen, verbunden mit ausgezeichneter persönlicher Tapferkeit, da er an der Spitze desGrenadier-Bataillons Frisch Hanau erstürmte und eine schwere Wunde davontrug, sich so grosseVerdienste erwarb, dass ihm Se. Majestät Kaiser Franz in der, mit Allerhöchstem Handbillet ausFulda vom 2. November, erfolgten Ernennung zum Commandeur seine Anerkennung zollte.