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2 (1857)
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grossen Verluste unserer Artillerie nach der Schlacht bei Dresden forderten raschenErsatz; die Wahl bezüglich der Reorganisation fiel auf Feldmarschall-LieutenantReisner, der sogleich an Ort und Stelle eilte und noch am Wege die ihm auf-stossenden zerstreuten Artillerie-Abtheilungen zu einem ganz ansehnlichen Artil-lerieparke ordnete. Mit dem Berichte über diese erste wichtige Amtshandlung tratReisner beim Oberbefehlshaber Fürsten von Schwarzenberg ein, welchersogleich aus den Erläuterungen des neuen Artilleriechefs über einige der dringend-sten Massregeln entnahm, dass die oberste Leitung des Artillerie-Dienstes bei derArmee in sehr geübte und thätige Hände gekommen sei!

Reisner konnte noch Zeuge des ruhmvollen Sieges bei Kulm sein; alleinnoch viel Grösseres als hier, sah er unter kräftiger Mitwirkung seiner ihm unter-geordneten Waffe vor Leipzig leisten. Wie gross sein persönliches Verdienst beidiesem entscheidenden Kampfe war, und welche wichtigen Dienste er durch rast-lose Thätigkeit, kluge Aufstellung und Verwendung des Geschützes geleistet hatte,beweiset die Belohnung, die er nach errungenem Siege erhielt. Er wurde mitAllerhöchstem Handschreiben aus Schmalkalden vom 30. October 1813 mit demCo in man de ur kreuze des Maria Thercsien-Ordens, dann von den befreundetenMonarchen mit dem russischen St. Annen-Orden erster und mit dem preussischenrothen Adler-Orden zweiter Classe belohnt.

Mit gleicher Auszeichnung wirkte Reisner im Kriege im Innern Frankreichs,so dass er im Jahre 1815 ausdrücklich vom Feldmarschall Fürsten zu S eh war zen-berg als Feldartillerie-Director verlangt wurde. Ins Vaterland zurückgekehrt,widmete er sich nun gänzlich dem Artillerie-Dienste und dessen Hebung; seinweitreichender Blick liess ihn ganz besonders die Übungen auf dem Exercirplatzeals ein unentbehrliches Moment der Ausbildung ersehen, und er verfolgte dietheoretischen und praktischen Versuche in seiner Waffe mit einer Genauigkeit desDetails, wie es vor ihm nicht leicht Jemand gethan. Nach dem im Jahre 1818erfolgten Tode des Feldzeugmeisters Freiherrn von Unterb erger kam Reisneran dessen Stelle zum Artillerie-IIauptzeugamte, und bekleidete gleichzeitig nachdes Feldmarschalls Grafen Joseph von Colloredo Hintritt provisorisch denPosten eines General-Artillerie-Directors, bis Erzherzog Ludwig denselben antrat.

Die Kopfwunde aus der Schlacht bei Marengo, in Verbindung mit jenenWunden, welche ihm die französischen Reiter bei seiner Gefangennehmung beige-bracht, äusserte sich jetzt in aller ihrer Gefährlichkeit. Der starkmüthige Kriegerhatte zwar die Schmerzen, die sie ihm von jeher verursacht, möglichst zurück-gedrängt; jetzt unterlag er ihnen, nachdem der Tod lange Zeit mit seiner kräftigenConstitution gerungen.

Feldmarschall-Lieutenant Reisner starb zuWien am22. October 1822. In ihmverlor die Artillerie eine Zierde, und seine vielseitigen wichtigen Dienste, welcheer in allen Kriegen während seiner militärischen Laufhahn seinem Monarchen