Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
1054
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Erbarmen niedergestosscn. Mein' als 600 Mann wurden von den Freiwilligengefangen und von ihnen 3 Quidons (Lagerfalmen) erbeutet.

Trotz der glänzenden Tapferkeit und der Vortheile, welche die Wiener Frei-willigen zu gleicher Zeit errangen, war dennoch der Besitz der Stadt noch nichtentschieden; Salis, durch einen Mühlgraben gehindert mit dem Bataillon von derlinken Seite gegen dieBrücke vorzudringen und den in der Stadt haltenden Franzosennach seiner Absicht den Ilückzug abzuschneiden, begab sich aufs Neue in die schonvom Feinde gereinigte Vorstadt, und munterte die dort lagernden Linien-Truppenauf ihm zu folgen, um die Feinde ganz vom rechten Traun-Ufer zu verdrängen.Zum Stadtthore gelangt, traf er da den Corps-Adjutanten Major von P aumgartten(s. d.) in der nämlichen löblichen Absicht, und nun drangen diese beiden wackerenOfficiere, unbekümmert um die drohende Gefahr, in die Stadt, und als P aumgarttengefährlich verwundet wurde, hielt Salis mitten im verheerenden Kugelregen, dieSoldaten zur Ausdauer aufmunternd, so lange Stand, bis der commandirende G eneralden Rückzug anzuordnen für nothwendig fand. Die Vortheile dieser sehr beherztenund einsichtsvollen Tliat waren von grosser Tragweite: nicht nur dass der Feindaufgehalten wurde sich auf die erst debouchirenden Armeecorps zu werfen, eswurde denselben auch Zeit verschafft sich in ungestörter Ordnung über die Ennszurückzuziehen.

Mit gleicher Auszeichnung kämpfte Salis am 10. Juli bei Zn a im. Von demCorps - Commandanten Feldzeugmeister Prinzen Reuss, der die Arriercgardcder Hauptarmen führte, mit den Freiwilligen nach Immendorf detachirt, um denlinken Flügel dieses Corps zu cotoyiren, vollzog Salis-den Befehl so gut, dass erbis 11. Früh um 3 Uhr den Posten behauptete. Als er sich gegen Znaim zurück-zog, zeigte es sich, dass er von der feindlichen Reiterei ganz eingeschlossen war,da das Corps schon einige Stunden früher den Marsch angetreten hatte. In Massegeschlossen imponirte er während des vierstündigen Rückzuges dem Feinde durchseine Entschlossenheit in dcrWeise, dass dieser keinen ernstlichen Angriff unternahm.Schon war Salis am Mühlbache bei Znaim angelangt da gewahrt er, dass dieüber die Thaya geschlagene Brücke bereits abgetragen ist, während ihm die feind-lichen Reiter auf dem Fusse folgen. Schnell entschlossen, steigt er vom Pferdeund springt der Erste in den durch Regengüsse hochtreibenden Fluss die bravenFreiwilligen ihm nach und das schon verloren geglaubte Bataillon erreicht zurFreude und Verwunderung Aller die Haupttruppe. Ermattet von der mehr als24stündigen Anstrengung, ruhte es nun auf dem Platze zu Znaim. Da sprengt derChef des General-Stabes vom 5. Armeecorps, Oberst von Geppert, eilend heranund fordert Salis auf die in die Stadt einzudringen suchende Cavallerie abzuhalten,welche so eben das Grenadier-Bataillon Leinin gen (s. d.) arg mitgenommen und2 Kanonen erobert hatte. Rasch mit gefälltem Bajonet stürzt sich Salis mit denFreiwilligen, ohne einen Schuss zu thun, auf den Feind, wirft ihn aus der Vorstadt