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Chefs besonders versichert, und das Gewagte des ganzen Actes mit der ernstenDrohung von Tod und Verderben für Jeden, der die Miene einer Widersetzlichkeitzeigen würde, unterstützt, brachte er sie von dem Gefechtplatze glücklich zur Armeeund übergab sie dem General-Major Johann Fürsten Liechtenstein, der vordem Walde mit dem Chevauxlegers-Rcgimente Kinsky Stellung genommen hatte.
Im Jahre 1796 finden wir unseren tapferen Del Rio in Tirol und im Gefechtebei Caliano am 6. November eine Gegenwart des Geistes und Beweise vonBravour an den Tag legen, welche ihm zur besonderen Ehre gereichten. Währenddieses blutigen Gefechtes befand sich Del Rio auf dem rechten Etscliufer in derBrigade Ocskay und konnte all die staunenswerten Anstrengungen wahrnehmen,die unsere Truppen am linken Etschufer schon zwei blutige Tage hindurch verge-bens gegen die feindliche Position in Anwendung brachten. Del Rio bemerkte,dass an der Stelle, wo ein längs der Fronte des Feindes dahinlaufendcr kleinerBach, dessen unersteiglicher Ravin der Schlüssel der Position 'war, sich in dieEtsch mündete, der einzige Punct sei, der die Möglichkeit bot, die feindliche Liniezu durchbrechen und die linke Flanke zu überflügeln, wodurch der hartnäckigeKampf alsbald zu unserem Vortheile entschieden werden musste. Durchdrungenvon dieser Idee begab er sich mit nicht geringer Gefahr an das Ufer gegenüberjenem Puncte, um eine genauere Übersicht zu gewinnen. Er gewahrte, dass dasTerrain ein Dreieck sei, dessen vordere Seite der Feind besetzt hatte, während dierechte Nebenseite das Gebirge und die linke kürzere die Etsch bilde. An dieser Stellemusste nach seiner Überzeugung die Entwicklung der angreifenden Truppe sich biszu dem Puncte ausdehnen, wo Etsch, Gebirge und Strasse im Rücken der feindlichenStellung sich vereinigten. Dadurch musste dem Feinde der Rückzug abgeschnittenwerden und das Gefecht ein glänzendes Resultat erreichen. Es war ein gefährlicherMoment; die Franzosen hatten bereits alle Vortheile über unsere Truppen, und nurdieses angezeigte Mittel konnte retten. Mit brennender Begierde sich Jemandenentdecken zu können, lief Del Rio am Ufer umher, bis er endlich den MajorBeul witz von Kcuhl-Infanterie bemerkte, dem er seinen Plan mittheilte und ihnzur Ausführung beschwor. Beulwitz sammelte sogleich ein Bataillon, erstieg denRavin, so wie Del Rio es angezeigt hatte, deployirtc sich in des Feindes linkeFlanke und entschied in wenigen Augenblicken das hartnäckige blutige Gefecht.
Neun Jahre später sehen wir Del Rio auf demselben Schauplatze die dritteherzhafte That vollführen, welche mit dem Ritterkreuze belohnt wurde. Erbefand sich — seit September 1800 Ilauptmann und bei Duka-Infanterie eingetheilt— beider Abtheilung des General-MajorsVictor Prinz Rohan. Als dieser Generalauf seinem Rückzuge in Meran angekommen war, erkannte D e 1 R i o sofort die miss-liche Lage der Brigade, aber auch die Stellung des Feindes bei Botzen. DieGegend war ihm aus früheren Jahren, wo er in einem ähnlichen Falle unter Feld-marscliall-Lieutenant Freiherrn von Loudon gekämpft, bekannt, und er legte dem