Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
792
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IIlLMER, Joseph von, Rittmeister, Sohn eines Landmannes, legte nach demEintritte in die Armee so grossen Eifer an den Tag, dass er nach 16 Dienstjahrenzum Officier befördert wurde. Zu Obersulz im Lande unter der Enns geboren, wurdeHilm er bei Ausbruch des bayerischen Erbfolgekrieges als Gemeiner in dasbestandene Dragoner-Regiment Erzherzog Ferdinand gestellt, kam später in dasStabsdragoner-Corps, liess sich in den Kriegen gegen Frankreich mehrseitig ver-wenden, und rückte bis zum Oberlieutenant vor.

Nach dem Luneviller Frieden erhielt IJ ilmer die Eintheilung zu Melas-Kürassieren, dem heutigen 6. Dragoner-Regimente. Ln Jahre 1805 war dieses Regi-ment bei dem Armeecorps in Tirol unter Commando des Feldmarschall-LieutenantsGrafen St. Julien. Am 1. November rückten die Feinde von Reichenbach gegenSchnaizelreuth und bedrohten den Pass Strub, wo ihnen der erste nachdrücklicheWiderstand entgegengesetzt werden konnte. Tages darauf griffen sie unsere Vor-posten an, und die Oberst erste Schwadron des Regiments wurde zur Unterstützungbeordert; sie traf gegen 11 Uhr Mittags ein, und verstärkte um 6 Uhr Abends durchLieutenant Jelleky mit einem Zuge, der 1. Corporal und 6 Mann vordetachirte,den Posten. Gegen Abend war die bayerische 7000 Mann starke Division desGenerals Deroy vor Strub angelangt, eine Verstärkung, welche für den folgendenTag Alles besorgen liess. Indessen wurde noch am Abend des 2. Novembers um9 Uhr das Gefecht so heftig, dass 2 bayerische Infanterie-Regimenter mit Ungestümgegen den Pass vordrangen, unsere ermüdete Infanterie warfen, den detachirtenCorporal mit den 6 Dragonern gefangen nahmen, und mit der zurückgeworfenenTruppe gleichzeitig in den Engweg eindrangen. Wohl wurden die Bayern zweimalvon Lieutenant Jelleky zurückgedrängt und unserer Infanterie Luft gemacht; derGegner bot aber immer frische Kräfte auf, und als auch Lieutenant Rech borg er,zur Unterstützung vorgerückt, gleich auf dem Platze blieb, mussten die Vorpostender Übermacht weichen und den Pass der äussersten Gefahr Preis geben. II ilmergewahrte das Gefährliche des Augenblickes, sprengte aus eigenem Antriebe mitgrosser Bravour an der Spitze einiger Dragoner auf der Chaussee dem Feinde ent-gegen und warf ihn nicht nur aus dem Passe zurück, sondern behauptete sich auchso lange gegen den sechsmal stärkeren Gegner, bis 1 Bataillon Infanterie zur Unter-stützung eingetroffen war. Durch diesen mit vieler Tapferkeit unternommenenAngriff wurden dem Feinde 1 General verwundet, 1 Stabs- und 1 Oberofficier imd40 Mann getödtet und II.ilmer war unbezweifelt die Erhaltung des wichtigenPostens um so mehr zu danken, als die Chaussee den einzigen practicablen Weg füreinen Reiter-Angriff bildete, und unter dem Tliore kaum 6 Mann in Front stehenkonnten. Diese tapfere Tliat ist um so lobenswerther und für II ihn er ehrenvoller,da er bei der unternommenen Attaque nicht in der Lage war die Anzahl der ihmfolgenden Leute zu übersehen, sondern auf seine Herzhaftigkeit und auf den Muthder wenigen Dragoner es waren ihrer .12 bis 15 bauend, mit dem Säbel in