und 97,953 Pferde zählte und mit allem für ihre Operationsfähigkeit Nothwendigenausgerüstet war. Welche Aufbietung geistiger Kräfte mussten da dem Vorständeder obersten Kriegsbehörde zugomuthet werden, wenn man die damalige Lagedes Kaiserstaates berücksichtiget? Als der Zeitpunct eintrat, in welchem die Ver-mittlung des Weltfriedens dem Schwerte die Entscheidung überlassen musste,äusserte sich Kaiser Franz gegen einen mit seinem besondern Vertrauen beglück-ten Staatsminister: „Graf Bellegarde hat das Unmögliche möglich gemacht.“Diese Worte des Monarchen eines Staates, dessen wiederholtes Neuaufleben nachKriegsstürmen stets der Nachwelt Bewunderung abdringen wird, verewigen Bell e-garde’s Verdienste um den Thron Österreichs und die Befreiung Europa’s.
Zur Zeit als sich die Haupt-Armee der Verbündeten dem Rhein näherte,beschloss Kaiser Franz auch das innerösterreichische Heer durch eine bedeutendeVerstärkung zur kräftigen Fortsetzung seiner Offensive zu befähigen, und ernannteim November 1813 den Feldmarschall Grafen Bellegarde zum Comman dir endendes Heeres in Italien. Er übernahm im December zu Vicenza das Commando underliess am 5. Februar 1814 jene bekannte Proclamation, welche die Völker Italiensauffbrclerte Frankreichs Sache zu verlassen und sich in die Arme Österreichs zuwerfen. Nach einer Unterredung mit Murat, dessen zweideutige Rolle seinemDrange für die Offensive Fesseln anlegte, beschloss B ellegar de über den Minciozu gehen, und lieferte hier dem Vice-König die unentscheidende Schlacht anr8. Februar. Napoleon’s Entsetzung brachte mit Eugen am 16. April imSchlosse Schiarino Rizzino unfern Mantua einen Waffenstillstand zuwege, woraufder Feldmarschall die Verwaltung des Königreichs Italien im Namen der verbün-deten Mächte übernahm und am 8. Mai seinen Einzug in Mailand hielt. Der Kaiserernannte ihn zum General-Ilofcommissär in Italien, wo er sich durch Billigkeit,Milde und Schonung bald das Zutrauen und die Neigung der Millionen neuerGlieder c^es Staates zu erwerben verstand. Ein sehr drückendes Augenleiden zwangihn indess bald um die Enthebung von seinem Statthalteramte zu bitten, Avelcheder Monarch dem treuen Diener unter Ertheilung des goldenen Civil-Ehrenzeicliensund des Ordens der eisernen Krone 1. Classe mit der Würde des Kanzlers diesesOrdens huldvollst gewährte. Neue Beweise kaiserlichen Wohlwollens folgtenrasch auf einander: im Sommer 1816 erhielt der Graf das Amt eines Obersthof-meisters bei dem damaligen Kronprinzen, im December 1817 die Aufnahme unterdie Ritter des goldenen Vliesses, im Jahre 1820 die Erhebung zum Staats- undOonferenz-Minister und zum zweiten Male zum Ilofkricgsraths-Präsidenten.
Aber schon im October 1825 musste Bellegarde erneuert dieser Stelle ent-sagen und wegen zunehmender Augenschwäche im Mai 1832 auch die Obersthof-meisterstelle niederlegen. Die Ausdrücke des herablassenden Wohlwollens, mitwelchen der Monarch den Austritt bedauerte, waren mit der Verleihung des Gross-kreuzes des St. Stephan-Ordens begleitet. Geehrt und ausgezeichnet lebte der