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In diesen beiden Feldzügen bewährte Bellegard e einen entschlossenen undkühnen Unternehmungsgeist und einen feurigen Kriegersinn in allen, mituntersehr schwierigen Verhältnissen, der später hei Übernahme des Feldherrnstabes voneiner kalten, alle Möglichkeiten erwägenden Bedachtsamkeit beherrscht wurde. Dieerfolgreichen Beweise, welche er im Feldzuge 1794 an Tag legte, wurden mitZuerkennung des Ritterkreuzes belohnt.
Kaiser Franz hatte während dieses Feldzuges eine so hohe Meinung von derKriegskunde und Entschlossenheit des Generals Bellegarde gefasst, dass erdessen Anstellung im General-Quartiermeisterstabe anbefahl. Im August desselbenJahres wurde ihm die Stelle eines General-Quartiermeisters bei dem vom Feldzeug-meister Clerfayt befehligten Hauptheere angetragen, die er jedoch mit Beschei-denheit ablehnte. Im März 1796 wurde B eil egar de Feldmarschall-Lieutenant,mit Beibehaltung- seines ihm von dem Zutrauen des Kaisers angewiesenen Ein-flusses im Hauptquartiere des Erzherzogs Karl. Durch seine Stimme im Ivriegs-rathe bleibt ihm die verdienstreiche Theilnahme an den Siegen von Amberg,Würzb urg, Emmendingen und S ch 1 i engen versichert; er folgte dann demErzherzoge nach Italien und schloss im Vereine mit General Graf Mervel dt denWaffenstillstand zu Leoben (7. April 1797) ab. Der Kaiser belohnte Bellegarde’sneue Verdienste mit der Inliabersstello des 1. Chovauxlegers-Regiments.
Als es sich um die Besetzung von Graubün dten handelte, welches sowohlfür die Eroberung der Schweiz, wie für die Verbindung der in Italien und Deutsch-land operirenden Heertheile von grosser Wichtigkeit war, wurde Bell egar de imOctober 1798 von Wien dahin abgeschickt, und sollte den Befehl der in Vorarlbergaufgestellten Truppen übernehmen. Mit grossem militärischen Scharfblicke beur-theilte er die Verhältnisse und traf die besten Massregeln für den Zweck der Ver-theidigung dieses Landes. Bei dem bald darnach erfolgten Ausbruche des Kriegeserhielt er im Jänner 1799 das Commando der Armee in Tirol. Er schlug den fran-zösischen General L eco urh e bei Täufers am 4. April, siegte im Treffen beiRemiis am 30. April, passirte am 13. und 14. Mai die Graubiindtner Alpen, undgelangte nach einigen Gefechten auf dem Gotthardsberge auf italienischen Boden.Bei Casinagrossa unterlag er zwar der Übermacht Moreau’s am 20. Juni;doch erreichte der letztere den Zweck, für welchen er sich schlug, Alessandria zuentsetzen, nicht. Bald darauf fiel die von Bellegarde belagerte Citadelle dieserStadt (21. Juli) mit ungeheuren Vorräthen, und Bellegarde beeilte sich, um beiNovi (15. August) neue Lorbern zu pflücken. „Ich finde nicht Ausdrückegenug,“ lautet der Bericht Kray’s, „den Werth und die hei dieser Gelegenheit sicherworbenen V erdienste des F eldmarsclialLLieutenants Bcllegardc lebhaft zu schil-dern. Seiner und des Feldmarschall-Lieutenants Ott Entschlossenheit habe ichalle errungenen Vortheile zu verdanken.“ Der Kaiser berief den Grafen von derArmee und sandte ihn in den letzten Tagen des Jahres in das Hauptquartier