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2 (1857)
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Italien eine entscheidende Schlacht gewonnen hätte oder die Vereinigung mit den Russen zuStande gekommen wäre. In Italien sollte Alles angewendet werden, um den Feind sogleichzu einer entscheidenden Schlacht zu zwingen; gelang dies, so sollte dann der Feind von jederUnternehmung gegen Tirol abgehalten werden, ging aber die Schlacht verloren, so sollte dieArmee aus Italien sich nach Tirol werfen, den Feind in der Terra Ferma aber durch eine starkeBesatzung Venedigs festhalten. Die Armee in Deutschland hätte so weit als möglich in Schwabeneinzurücken, dabei aber doch die Vereinigung mit den Russen ein Hauptzweck ihrer Opera-tionen beim Beginne derselben im Auge zu behalten. Sollte sich der Feind auf dem rechtenDonau-Ufer mit einer überlegenen Macht auf sie werfen, so hätte sie sich längs dem Fusse derGebirge auf die Russen zurückzuziehen, und für den Fall, dass die Armee wegen der Verbin-dung mit denselben bis an die Salza zurückweichen müsste, wäre Salzburg in Vertheidigungs-stand zu setzen. Wenn aber die feindlichen Operationen am linken Ufer der Donau gegen Ulmoder gar gegen Regensburg stattfänden, so dürfte doch die erste Richtung des Marsches durchBayern keine Änderung erleiden; in diesem Falle musste die Armee beim Hinausrücken überMünchen sich erst nach der Donau wenden, um den Feind entweder durch eine Stellung hinterdem Flusse oder durch einen Übergang und Bedrohen seiner Operationslinie so lange aufzu-halten suchen, bis die herangekommenen Verstärkungen eine entscheidende Schlacht zu liefernerlaubten. Wird diese gewonnen, so sollte der Angriff auf die Schweiz um den Bodenseeherum über Stockach erfolgen; ginge die Schlacht verloren und das Heer in Deutschlandwürde zum Rückzuge genöthigt, so müsse die Armee in Italien, selbst wenn sie siegte, sich aufdie Eroberung von Mantua und Peschiera beschränken, ein bedeutendes Corps nach Tirol ent-senden und den Feind, der unterdessen dort eingedrungen sein könnte, werfen, um durch eineVorrückung gegen Bayern die rechte Flanke des gegen die Erbstaaten vordringenden Feindeszu bedrohen.

Auf Grund dieses Planes wurde auch die kaiserliche Armee dergestalt vertheilt, dass nachItalien 171 Bataillone, 96 Schwadronen (85,500 Mann Infanterie, 9600 Reiter), nach Süd-Tirol21 Bataillone, 6 Schwadronen, nach Nord-Tirol 44 Bataillone, 10 Schwadronen (zusammen32,000 Mann Infanterie, 1600 Reiter), und nach Deutschland 88 Bataillone, 148 Schwadronen(44,000 Mann Infanterie und 14,800 Reiter) kamen. Den Oberbefehl in Italien führte ErzherzogKarl, jenen in Deutschland Erzherzog Ferdinand dEste. Seine Majestät hatte die Absicht,in eigener Person sich zum Heere nach Deutschland zu begehen, und ernannte den Feldmar-schall-Lieutenant Mack zu Ihrem General-Quartiermeister, an welchen jene der beiden Erz-herzoge angewiesen blieben. In Tirol commandirte Erzherzog J ohann, unter ihm Feldmarschall-Lieutenant Jellachich hei Innsbruck und Imst, und Auffenb erg hei Nauders und Glarus. ImSüden dieses Landes stand Feldmarschall-Lieutenant Ililler und war an die Befehle des Erzher-zogs Karl gewiesen. Auffenberg hatte die Bestimmung, die Unternehmungen der GeneraleHiller und Jellachich nach Bedarf zu unterstützen.

Für die Armee in Deutschland waren 90,000 Russen bestimmt, die aber erst gegenEnde October daselbst eintreffen konnten. Am 30. August war Ivutusow mit der ersten Armeebei Lemberg angekommen. Die zweite nach Deutschland bestimmte rückte unter Buxhövdenan die Grenze von Galizien.

In Nord-Deutschland sollten 50,000 Engländer, Schweden und Russen sich vereinigen.

Die österreichische Armee von Deutschland begann im September den Inn in ungewöhn-licher Eile zu überschreiten und stellte sich gegen Ende dieses Monats zwischen Ulm und Mem-mingen auf, nachdem Kaiser Franz am 25. desselben Monats das Kriegsmanifest erlassen