Druckschrift 
3,2 (1828)
Entstehung
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924
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924 Künstlicher Gerbstoff von Indigo.

diesem Gerbstoff mit cssigsanrem Bleioxyd gefällt und dergut ausgewaschene Niederschlag durch verdünnte Schwe-felsäure zersetzt wurde, ein Gerbstoff erhalten werde,der nach dem Abdampfen braun ist, in der Luft feuchtwird, Baryt- und Bleisalze fällt, welche Niederschlägeaber in Salpetersäure völlig auflöslich sind, was die Ab-wesenheit von Schwefelsäure anzuzeigen schien, aber des-sen ungeachtet gab dieser Gerbstoff bei der Destillationschweflichte Säure. Er vereinigt sich begierig mit Salz-basen; kohlensaures Kali schlägt aus einer concentrirtenAuflösung desselben ein braunes Coagulum nieder, ge-rade wie beim EichengerbstofF. In der Luft werdenseine Verbindungen mit Alkali braun, fangen nach undnach an unklar zu werden und bilden Absatz. Mit denErden giebt er schwerlösliche Verbindungen, und fälltdaher die Auflösungen der neutralen Erdsalze. Er fälltaufserdem die meisten Metallsalze, wie z. B. die von Blei,Zinn und Eisenoxyd, und diese Niederschläge haben ver-schieden braune Farbe.

Wird eine Auflösung dieses Gerbstoffs durch eine vonLeim genau ausgefällt, so bleibt eine gelbe Flüssigkeitübrig, die nach dem Abdampfen eine, dem Dammerde-extrakt (wovon weiter unten) ähnliche Materie, nebst et-was salpetersaurem Kalk und Kali, von der Asche derKohle, giebt.

ß) Künstlicher Gerbstoff von Indigo. Wirdbei Bereitung der Indigsäure der Indigo mit einer gerin-geren Menge Salpetersäure behandelt, so enthält die saureFlüssigkeit, aus welcher die Indigsäure krystallisirt ist,Gerbstoff, welcher sich, beim weiteren Abdampfen derFlüssigkeit, in Gestalt dunkelrotbgelber Oeltropfen auf derOberfläche abscheidet. Sie sind bei -J- 15° flüssig, ver-dicken sich aber nachher in der Luft. Diese Substanzist eine Verbindung vom Gerbstoff mit Harz, Salpeter-säure, Indigsäure und Koblenstickstoffsäure. Sie schmecktsauer und zusammenziehend, färbt thierische Stoffe gelbund ist in Wasser und Alkohol leicht auflöslich. Wird