920
Durch Salpetersäure gebildete
Man erhält es am besten, wenn man eine kochendheißeAuflösung vom Kalisalz mit salpetersaurem Silberoxyd ver-mischt und abdampft. Dieses und das vorhergehende Salzexplodiren nicht, sondern brennen nur mit heftigem Zi-schen, wie Pulver, ab.
Die Kohlenstoffsäure ist zuerst von Hausmann imJ. 1788 entdeckt worden. Sie wurde darauf von Wei-ter bei Behandlung von Seide mit Salpetersäure erhaltenund von ihm Bitterstoff, Amer, genannt. Man hieltsie indessen für zwei verschiedene Arten. Chevreul un-tersuchte die von Indigo gebildete, und zuletzt bewiesLiebig, dafs sie identische Stoffe sind, bestimmte die Zu-sammensetzung, und gab ihr den Namen Ivohlenstickstoff-säure. Nach seinen Angaben ist die vorhergehende Be-schreibung entnommen.
Bittere Stoffe von verschiedenen anderenKörpern.
a ) Yon Indigbraun. Ich habe schon pag. 688.angeführt, dals man bei Behandlung von Indigbraun einenbitteren, leicht auflöslichen, krystallisirenden Stoff erhalte,der mit Kali ein krystallisirendes, zerfiiefsliches Salz giebt,das beim Erhitzen, ohne zu detoniren, zerstört wird.
ß) Von Aloe. Noch einen anderen bitteren Stoff,der bei Behandlung von Aloe mit Salpetersäure erhaltenwird, habe ich p. 563. angeführt, will ihn aber hier voll-ständiger beschreiben, weil er seitdem von Liebig nä-her untersucht worden ist. Man destillirt 8 Th. Salpeter-säure mit 1 Th. Aloe, und wenn die Flüssigkeit bedeu-tend concentrirt geworden ist, so verdünnt man sie solange mit Wasser, als sich noch etwas niederschlägt. DasGefällte sieht wie ein rothgelbes Harz aus; es wird mitWasser gewaschen, wobei es zuletzt pulverförmig wird.Diefs ist der bittere Stoff von Aloe, welcher, nach Lie-big, eine Verbindung von Kohlenstickstoffsäure mit einemeigenlhümlichen, harzartigen Körper ist, den er nicht