Gegenseitig. Austreib, d. Gase aus Fliissigk. 439
Gases nicht verändert, die Temperatur mag wechseln,wie sie will, sobald sie nicht unter 0° fällt und nichtüber -j-100° steigt. Hieraus folgt, dafs jedes Gas nurdurch den Druck im Wasser zurückgehalten wird, wel-chen dieselbe Gasart auf die Oberfläche des Wassers aus-übt, und dafs kein anderes Gas in dieser Hinsicht einenfortdauernden Einflufs darauf hat. Wird die auf dieOberfläche des Wassers drückende Masse des Gases unterBeibehaltung desselben Volumens vermehrt; so nimmtauch die Masse des eingesogenen Gases in demselben Ver-hältnisse zu. Wenn z. B. in einer Compressions-MaschineWasser mit seinem dreifachen Volumen kohlensauren Ga-ses vereiniget wird; so ist das Gas in der Maschine zueinem dreimal geringeren Volumen zusammengedrückt,als es vorher einnahm, so dafs das Wasser, in Verhält-nifs der Dichtigkeit des über seiner Oberfläche stehendenGases, dennoch nicht mehr als ein gleiches Volumen koh-lensauren Gases aufgenommen hat.
Wenn Wasser, das mit einer Gasart, z. B. mit Sauer-stoffgas, geschwängert ist, mit einem anderen Gase um-geschüttelt wird, zu welchem jene Gasart eine chemischeVerwandtschaft besitzt, z. B. mit Stickstoffoxydgas, sosaugt es mehr davon ein, als es sonst aufgenommen ha-ben würde.
Wenn Wasser, welches mit einem Gase geschwän-gert ist, mit einem anderen, zu welchem jenes keine che-mische Verwandtschaft hat, umgeschüttelt wird, so treibtdas letztere einen Theil des aufgenommenen Gases aus.Die Menge des ausgetriebenen Gases richtet sich nach derverschiedenen Löslichkeit desselben im Wasser; ein weniglösliches Gas treibt grofse Quantitäten eines stark lösli-chen aus, und umgekehrt; ein sehr lösliches Gas wird ingrofser Menge absorbirt, während von dem minder lösli-chen eine geringe Menge ausgetrieben wird. Wenn z. B.mit Kohlensäure gesättigtes Wasser mit Stickstoffgas um-geschüttelt wird, so nimmt das Wasser nt r einen sehrgeringen Theil von diesem auf, verliert aber sehr vielvon seinem kohlensauren Gase; isf das Wasser hingegen