Gleichh. d. Tens. all. flächt. Flüss. b. ihr. Siedcp. 381
für alle und jede flüchtige Flüssigkeit sich gleich bleibe.Z. B. das Wasser kocht bei -j-lOO°, der Alkohol bei—J—SO 0 und der Aether bei -j-39°; daher sollte das Was-ser bei -j-80°, der Alkohol bei -f-60° und der Aetherbei -J-19 0 gleiche Tension haben, weil alle drei 20° un-ter ihrem Siedepunkte abgekühlt worden sind. Daltonund Gay-Lussac haben dieses mit Versuchen zu bestä-tigen gesucht. Gay-Lussac giebt an, dafs, wenn maneinmal den Siedepunkt irgend einer flüchtigen Flüssigkeitbei 76 Centimeter Barometerhöhe bestimmt hat, die obenmitgetheilte Tabelle über die Tension des Wassers zurFlüssigkeit brauchbar ist, sobald man deren Siedepunkt andie Stelle des Siedepunkts vom Wasser setzt und danneine gleiche Anzahl Grade ab- und hinzurechnet. Ver-suche aber, die nachher von Ure und Despretz mitAlkohol, Aether und flüchtigen Oelen angestellt wordensind, scheinen dieser Annahme nicht günstig zu sein. Wirmüssen daher über diesen Gegenstand neue Aufschlüsseerwarten.
So wie sich ein unbeständiges Gas bei der Verdun-stung in der Luft verhält, eben so verhält es sielt auch,wenn es in einer anderen unbeständigen Gasart verdunstet.Daher kann man bei der Destillation zweier mit einandergemengter, aber nicht chemisch verbundener, Flüssigkei-ten, wenn man den Siedepunkt beider kennt, das relativeVolumen, welches von ihnen in Gasgestalt übergeht, imvoraus bestimmen, und wenn auch das specifische Gewichtihrer Gase bekannt ist, läfst sich sogar die relative Ge-wichtsmenge, die von beiden überdestillirt, im vorausberechnen (wenn man nämlich die Tension einer jedenFlüssigkeit bei dem Siedepunkte des Gemenges mit demspecifischen Gewichte ihres Gases multiplicirt).
Das Wasser verliert an seiner Neigung zum Verdun-sten, d. h. an seiner Expansionskraft oder Tension, wennes andere Körper aufgelöst enthält, und erfordert dannzum Kochen eine um so höhere Temperatur, je gröfserseine Verwandtschaft zu den aufgelösten Stoffen ist. Eshat zwar dann bei einer gleichen Anzahl Graden unter