Eigenschaften des Schwefel-Kohlenstoffs. 301
feltes Kohlenstoffgas, wovon sich nichts condensirt. Diegröfste Schwierigkeit bei dieser Arbeit ist, dem vorzubeu-gen, dafs das Rohr von dem durch die Kohle durchge-gangenen und wieder aufserhalb des Ofens gerinnendenSchwefel nicht verstopft wird.
Die Arbeit gelingt auch, wenn man den Schwefelaus einer Retorte in Dampfgestalt in glühende Kohlenhineintreibt, und dieses Verfahren hat den Vortheil, dafsdie Vorlage nicht mit Schwefel angefüllt und verschlos-sen wird.
Man kann auch Schwefel - Kohlenstoff entwickeln,wenn man Schwefel-Antimon (Antimonium crudum) ineinem Destillationsgefäfse mit Kohle glüht: man erhält ihnganz rein von einem Ueberschusse an Schwefel, nur ingeringerer Menge; auch erfordert diese Arbeit eine hö-here Temperatur und eine längere Unterhaltung des Feuers.
Man kann ihn auch bereiten, wenn man 4 TlieileSchwefelkies (natürliches Schwefeleisen mit Ueberschufsvon Schwefel) mit 1 Theil oder etwas mehr gut ausge-brannter Kohle in einer Porzellan-Retorte destiliirt. Da-bei kommt alles darauf an, dafs beide Körper fein ge-pulvert und hinreichend durcheinander gemengt sind.Wenn man ein Gemenge von Wachs oder Zucker mitSchwefel destiliirt, so erhält man, neben Schwefel-Was-serstoff, eine grofse Menge tropfbarflüssigen Schwefel-Kohlenstoff, der aber von brenzlichem Oele verunreini-get ist.
Der auf diese Weile erhaltene Schwefel-Kohlenstoffist gelb, oder gelblichgrün, schwerflüssig und trübe. Erenthält noch Schwefel aufgelöst, von welchem er durchDestillation befreit werden mufs, wodurch er, bei ganzgelinder Wärme, völlig klar und farbenlos wird. Ist ernach dem Destilliren noch unklar, so rührt diefs vomWasser her, welches sich nach einigen Tagen absetzt. Erhat einen scharfen, stinkenden, etwas aromatischen Ge-schmack, und einen eklen Geruch, der dem Gerüche desSchwefel-Wasserstoffs ähnlich, aber doch noch anders ist.Sein spec. Gewicht ist 1,272, und sein Lichtbrechungs-