Druckschrift 
1,1 (1825)
Entstehung
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

üxydat. d. Wasst. durch Berühr, m. solid. Körp. i9i

alle die Eigenschaft, bei einer Temperatur unter -j- 350°,die Verbindung von SauerstofFgas und Wasserstoffgas zuWasser zu determiniren, jedoch ohne dadurch glühendzu werden, und ohne dafs sich das Gas dadurch entzün-det. Sie müssen dabei in Pulverform angewendet wer-den, und je scharfkantiger das Pulver ist, um so mehrWasser wird unter übrigens gleichen Umständen gebildet.Flüssige Körper, z. B. Quecksilber, scheinen diese Eigen-schaft bei Temperaturen unter 350° nicht zu haben.Diese gröfsere Anziindlichkeir, in Berührung mit gewissenfesten Körpern, ist auch nicht allein dem Wasserstoffeeigenthümlich, sondern allen andern brennbaren Gasen,obgleich keines von denen, die bis jetzt versucht wurden,diese Erscheinung so leicht hervorbringt, als das Wasser-stoffgas. Sogar solide brennbare Körper scheinen, durcheine innige Mengung mit andern, weniger brennbaren,einen höheren Grad von Entzündlichkeit zu erlangen, alswenn sie unvermengt sind *).

*) Die.se Materie ist von so grofsem Interesse, dafs icli hier diespecielleren Resultat« von Thenards und Dulongs vortreffli-cher Untersuchung darüber anfüliren zu müssen glaube. Sie fan-den, dafs Platinschwamm (worunter ich die poröse zusammenhän-gende Platinmasse verstehe, welche beim Glühen des Platinsal-miaks zurückbleibt) bei gewöhnlicher Temperatur der Luft dasWasserstoffgas entzündet, nachdem sich dieses mit Luft ver-mischt hat. Das Metall wird dadurch zuerst glühend, und gleichdarauf entzündet sich das Gas, wenn es hinreichend zuströmt.Mit Wasserstoffgas allein findet keine Temperatur-Erhöhungstatt, und ist es mit einer geringen Menge Sauerstoffgas ver-mengt, so wird zwar die Temperatur des Platins erhöht undWasser gebildet, aber das Gas nicht entzündet. Wird der Tla-tinschwamm einer sehr starken Weifsglühhitze ausgesetzt, wo-durch er dichter wird, so verliert er das Vermögen, mit Wasser-stoffgas glühend zu werden, veranlafst aber dennoch eine lang-same Wasserbildung, aber ohne dadurch erhitzt zu werden.Diese Eigenschaft beruht nicht allein auf der Zertheilung desMetalles , sondern auch auf einer gewissen Beschaffenheit seinerOberfläche, welche sich durch Aussetzen an die Luft allmählichverliert. Thenard undDulong haben, um diefs auszumitteln,das Verhalten des Platins bei verschiedenen Formen untersucht.Ein P1 a f i n d ra th von ^ Millimeter Durchmesser, und zu ei-nem Spiral von 100 Umwindungen gewunden, hatte, als es eben