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Lavoisiers antiphlogistische Lehre.
Sauerstoff, noch selbst die Natur des Verbrennungs-Phä-nomens, hatte auch noch nicht bemerkt, dafs der ver-brannte Körper stets an Gewicht zuniinmt, wenn man dieProdukte der Verbrennung sammelt und wägt. NachdemScheele entdeckt hatte, dafs beim Verbrennen Sauer-stoff verzehrt werde, und Lavoisier fand, dafs derverbrannte Körper eben so viel an Gewicht zunehme,als das verzehrte Sauerstoffgas gewogen hatte; da ent-stand die neuere Theorie des Verbrennens, auf welcherdas Wichtigste der übrigen theoretischen Chemie be-ruht und durch welche Lavoisiers Scharfsinn dieserWissenschaft den höheren Grad der Ausbildung gab, densie jetzt besitzt. Die Anhänger des Phlogistons bemühtensich lange, Lavoisiers Theorie umzustofsen, indem siedem PhlogisLon eine Eigenschaft zuschrieben, die sie ne-gative Schwere nannten, vermöge deren ein Körper, dersich damit vereinigte, an Gewicht verlieren sollte. DieseErklärungen sind jedoch nun gänzlich verworfen, dasPhlogiston ist ans der Chemie verbannt, und Lavoi-siers Lehre, die deshalb gleich anfangs den Namen derantiphlogistischen Chemie erhielt, durch vieljährigeErfahrungen vollkommen bestätiget. Bei der Lehre vonder Oxydation der Metalle werde ich das Geschichtlicheder phlogistischen und antiphlogistischen Chemie ausführ-licher erwähnen.
1. Wasserstoff.
Der Wasserstoff, deswegen so genannt, weil er inVerbindung mit dem Sauerstoff Wasser bildet, kann,so wie der Sauerstoff, an und für sich nicht in festeroder tropfbar-flüssiger Gestalt dargestellt werden, son-dern er bildet eine eigene brennbare Gasart, welche manehedem brennbare Luft nannte. Er findet sich, aufserdein Wasser, in allen organischen Körpern, sowohl Thie-ren, als Pflanzen, und ist folglich einer der häufigstenBestandteile unserer Erdkugel.
Um Wasserstoffgas zu erhalten, scheiden wir es aus