120 Chemische "Wirkungen der elektr. Säule.
hören bei fortdauernder Gemeinschaft mit den Polen auf;hat man aber Hautbeschädigungen, Neidnägel, und solcheStellen, wo die Nerven weniger von der Oberhaut be-deckt sind, so giebt ein fortwährendes Brennen auf die-sen Stellen die Fortdauer der Entladung zu erkennen.Auch durch -den Geschmack läfst sich diefs erkennen,wenn man nämlich die Säule durch Hand und Zungeentladet, indem nach den ersten Zuckungen die Zungedurch ein geschmackähnliches Gefühl afficirt wird, undzwar selbst dann, wenn der Körper, den man zur Zungeführt, nur reines Quellwasser ist.
Diese Umstände beweisen, dafs die Funken undSchläge bei der Entladung der elektrischen Säule daherrühren, dafs wenn die Pole der Säule isolirt sind, dieFlüssigkeit zu einer höheren Intensität geladen wird, alsdie Berührung bei beständig fortwährender Entladunghervorzubringen vermag. Diefs ersieht man auch daraus,dafs man bei abnehmender Wirkung der Säule keinenFunken von einiger Stärke mehr von ihr erhält, wennman sie nicht nach jeder Entladung eine Weile mit Iso-lirung der Pole ruhen läfst, wodurch die Ladung allmäh-lig zu einer höheren Intensität gebracht wird.
Die chemischen Wirkungen der Entladung gleichen,mit geringem Unterschiede, denjenigen, welche zwischenjedem Plattenpaare vorgehen. Wenn man (Fig. 6. Taf.IV.) eine Glasröhre an beiden Enden mit einem Korkeverschliefst, und durch jeden Kork einen Metalldrathso tief in die Röhre hineinführt, dafs die inneren Endender Dräthe etwa •£. Zoll von einander abstehen, danndie Röhre mit einer Flüssigkeit füllt, den oberen Korkmit einem Ableitungsrohre für die gasförmigen Stoffeversieht, und sodann jeden dieser Dräthe mit einem Poleder Säule in Verbindung bringt; so wird die Flüssigkeitin der Röhre auf dieselbe Weise zersetzt, als diefs gesche-hen sein würde, wenn die Flüssigkeit zwischen den ent-gegengesetzten Metallen der Säule selbst eingeschlossengewesen wäre, und man kann diesen Entladungs-Apparatwie ein neues Plattenpaar der Säule ansehen, durch wel-