90 Erregung d. E. durch Temper. Veränderung.
einigen Secunden, dafs der Drath, wenn man ihn weg-nimmt und CD emporhebt, elektrisch geworden ist. DieElektricität, welche bei dem chemischen Prozesse, auswelchem die Verbrennung oder Auflösung besteht, freiwird, und die in jedem Augenblick zu unbedeutendwar, um auf das Elektrometer merklich wirken zu kön-nen, hatte sich bei diesem Versuche in CD gesammeltund die Luftschicht geladen, wurde aber, als man CDaufhob und die Ladung zerstörte, auf einmal frei undbemerkbar.
Man hat mehrerlei Arten von Condensatoren, undder hier beschriebene ist zwar nicht der beste und em-pfindlichste, aber doch der einfachste. Die Beschreibungdesselben ist hier hauptsächlich deshalb gegeben worden,um einen theoretischen Begriff von dieser Art von In-strumenten zu geben, deren richtige Anwendung übrigensverschiedene Kenntnisse und grofse Uebung erfordert,wozu ein chemisches Lehrbuch keine Anleitung gebenkann.
2. Erregung der Elektricität durch Verände-rung der Temperatur.
Je mehr wir die elektrischen Erscheinungen kennenlernen, desto mehr Anlafs erhalten wir zu der Vermu-thung, dafs die Elektricitäten sich in keinem Körper invölligem Gleichgewichte befinden, wiewohl ihre Verthei-lung für unsere äufsere Sinne so lange unbemerkbarbleibt, bis sie durch irgend einen Umstand so vermehrtwird, dafs wir sie wahrnehmen können. Wir werdeneinige von den Umständen durchgehen, welche die ur-sprüngliche elektrische Vertheilung bemerkbar zu machenscheinen, und dabei zuerst von der Temperatur-Ver-änderung sprechen.
Gewisse krystallisirte Körper des Mineralreichs habendie Eigenschaft, dafs sie durch Erwärmen, und so langedie Erwärmung fortdauert, elektrisch werden, dann aber,wenn die Temperatur auf einen gewissen Stand kommt,