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6 (1830)
Entstehung
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in seinen spätem Lebensjahren-.

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beendigen. Seine Absicht war nicht, über irdische Güter zu ver-fügen; nur ein Zeugnis seines standhaften Glaubens wollt' ernoch ablegen. In jenem unvollendeten Aussatz berief er sich aufseine frühem Bekenntnisse, auch auf seine Erklärung wider dieBaycrsche Inquisition, und auf die Schriften wider die Papisten,Anabaptisten und Flaciancr. War' cs ihm vergönnt gewesen, seinTestament zu vollenden, so würde ec wahrscheinlich auch noch einunumwundenes Bekenntniß vom heil. Abendmahl abgelegt, undüber seine Glaubensansichst in dieser Hinsicht keinen Zweifel ge-lassen haben. Nichts bekümmerte ihn auch in diesen letzten Ta-gen so sehr als die kirchlichen Streitigkeiten, die er beweinte;brünstig flehte er wiederholt, daß Gott die Lehrer zur Eintrachtzurück führen, mit dem Geiste des Friedens erfüllen wolle. AmTage vor seinem Tode sagte er zu Peurer:Die Krankheitbeunruhigt mich nicht, und in mir ist keine Bekümmerniß, diemich ängstigen oder verwirren könnte. Nur Eine Sorge, EineBekümmecniß habe ich, daß die Kirchen in Christo Jesueinträchtig sein mögen!" Dann setzte er hinzu:Wenn Gottmich nun aus diesem Leben abgcrufcn haben wird, dann werdeich erlöst sein von meinen Feinden, die so voll sophistischen Has-ses und voll Lügen sind, in dieser schrecklichen Zeit." Als mandie Besorgnis äußerte, wie der schon sehr erschöpfte Körper daserneute Fieber ertragen wolle? sprach er getrost:Ich begehreaufgelöst zu werden, und bei Christus zu sein!"*)Man konnte nicht länger die Nähe des gefürchteten Verlustessich bergen; die Universität bereitete durch einen öffentlichen An-schlag die Studierenden darauf vor; die Professoren versammel-ten sich im Sterbehause, und beteten einmüthig um seine längereErhaltung. Aber das Maß seiner Tage war erfüllt; immer kür-zer ward der Athem, immer schwächer der Pulsschlag; seine Au-gen singen an zu brechen. Noch ermahnte er seinen Sohn zuanhaltendem Gebet, zu beständiger Liebe der Eintracht, und seg-nete ihn. Brünstig wiederholte er mehrmals das Gebet des Hei-lands:Laß sie Eins sein in uns, gleich wie wirEins sind!" und die Worte des Paulus:Christus istuns von Gott gemacht zur Weisheit, und zur Ge-rechtigkeit, und zur Heiligung und zur Erlösung!"Auch noch manche andre fromme Aeußecung und brünstige Ge-

*) Er hatte schon vorher geäußert:Ich weiß nicht, was con-suncto IVlsrtis vt 8aturni (15. April) mir bringen wird!"

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