in seinen spätem Lebensjahren.
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befreundetsten und theuersten Genossen, sogar von Kindern undFreunden, bei ängstlicher Sorge für die eigne Gesundheit, beider Furcht vor jeder möglichen Störung derselben, bei der leb-haftesten Anhänglichkeit am Leben ein finsterer Lebensüberdruß.Wenn bei Mclanchthon das Uebel nie diese Höhe erreichte,wenn seine Liebe und Gottergebenheit sich nie verläugnete,wenn er selbst unter den peinlichsten Anfechtungen noch eine ge-wisse Geistesklarheit behauptete, so ist das ein unbestreitbaresZcugniß seiner Scelcnstärke und seines lebendigen Glaubens, durchwelche allein die Macht der Krankheit gebrochen werden kann.Seine Sorglichkeit, seine bisweilen fast an Verzagtheit glänzendeAengstlichkeit gehört so sehr zu den Symptomen jener geistigenund körperlichen Verstimmung, daß man um so geneigter wird,ihn zu entschuldigen und zu bemitleiden. Sein Körper war über-haupt zart, reizbar und schwächlich; oft litt er an Kolik undStcinschmerzcn, die mit zunehmendem Alter sich mehrten, unddenn auch auf seine Gemüthsstimmung einwirkten, in welcher dienie endenden Verfolgungen, die er persönlich erdulden mußte, unddie unheilvollen Verwirrungen der öffentlichen, besonders der kirch-lichen Angelegenheiten ihn um so tiefer bekümmerten.
Aber auch noch manche andere Anfechtungen und Schmerzenwaren seinem Alter Vorbehalten. Als er im Sommer des Jah-res 1557 bei dem Religionsgespräch zu Worms beschäftigt undeben durch die Verwirrung, welche die herzoglich sächsischen Ab-geordneten anstistcten, sehr bekümmert war, empfing er die Ein-ladung des Kurfürsten von der Pfalz, nach Heidelberg zukommen, um zur bessern Einrichtung der dortigen Universität mit-zuwirkcn. Da sein Geschäft in Worms geendet war, eilte er,begleitet von dem treuen Schwiegersöhne Peucer, nach Hei-delberg, wo er mit seinem geliebten Bruder Georg, der alsAmtmann in der Vaterstadt Bretten lebte, zusammen traf, undmit gewohnter Thätigkeit dem Wunsche und Vertrauen des Für-sten entsprach. Während ec nicht ohne Besorgniß einer Nach-richt von seinem noch einzigen Sohne, den er krank zurück gelas-sen hatte, entgegen sah, traf Camerarius, sonst ihm immerein Engel des Trostes, jetzt ein Trauerbote, bei ihm ein. DerSohn war genesen, aber die treue Gattinn, mit der er sieben unddreißig Jahr verbunden gelebt, nachdem sie lange an demselbenUebel, welches ihn quälte, gelitten hatte, am 11. Octobec ge-storben. Man zögerte bis zum folgenden Tage, ihm den schmerz-lichen Verlust anzuzeigen; als man endlich die Todcskunde ihm