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6 (1830)
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in seinen spätem Lebensjahren.

> jährige Groll und alle Rache des Nei'chsoberhauptes über denhart bedrängten Kurfürsten sich entladen werde. Am 12. April! brach Karl V. durch König Ferdinands und Herzog Mo-ritz's gesammelte Streitkräfte verstärkt, aus Böhmen in Sach-^ sen ein, und schon am 24. desselben Monats ward durch dieunglückliche Schlacht bei Mühlberg das Loos dieses Kampfesentschieden. Johann Friedrich, geschlagen, nach tapferer Ge-genwehr gefangen, aller Rettungsmittel beraubt, Unterzeichnete am19. Mai die wittenbergsche Capitulation, in welcher erder Kurwürde und dem größeren Theile seines Landes entsagte.Er sah bald nachher, wie Herzog Moritz mit dem Allen belehntwurde; standhaft und stark durch seinen Glauben, erduldete ersein Mißgeschick und folgte, seiner Freiheit beraubt, den Triumph-zügen des Kaisers. Am 19. Junius hatte Landgraf Philipp,nach schmerzlicher Demüthigung, überlistet und betrogen, gleichesSchicksal.

, Wer schildert, was Melanchthon in dieser Zeit gesorgt,

gelitten, innerlich gekämpft hat! Was er so lange gefürchtet,war geschehen; Blut war geflossen um der evangelischen Lehre' willen; diese schien selbst der Unterdrückung nahe zu sein; sein

! theurer Landesherr, dem er, obwohl nicht immer mit seinen An-

j sichten und Maßregeln einverstanden, doch aufrichtig ergeben blieb,

- hatte Macht, Einfluß, Würde, Land und Freiheit verloren. Die

! Universität, diese herrliche Pflegerin der evangelischen Wahrheit

und der Wissenschaft, hatte sich aufgelöst; die Studierenden irr-ten zerstreut umher; er selbst wußte nicht, wohin er sich wendensollte, und mußte öfter seinen Aufenthalt wechseln. Mit Ge-schäften überladen ohne befriedigenden Erfolg, in häusliche Nochund Verlegenheit verwickelt, ohne seinem gänzlich zerrütteten Haus-! stände aufhelsen zu können, bekümmert um seine Freunde, von

- vielen Hilfsbedürftigen, die er nicht ohne Unterstützung von sichlassen konnte, mannichfach bedrängt, oft den letzten Groschen mit

l ihnen theilend, empfand er den schweren Druck der Zeit schmerzlicher,als viele seiner Leidgenossen. Er zog nach Dessau, dann nachMagdeburg, Braunschweig, wohin er Luther's Witwe ge-leitete, ferner nach Nordhausen, Nürnberg; aber überall wa-' ren seine Freunde selbst zum Theil hart bedrängt; cs that ihm weh,ihnen lästig zu werden, und unstat setzt' er seine Wanderungenfort, oft von dem Nöthigsten entblößt, aber auch mehrmals, woer es am wenigsten erwartete, mit zuvorkommender Freundlichkeitunterstützt. In Zerbst fand er bei dem Fürsten von Anhalt