in seinen spätem Lebensjahren.
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ses erklärte unter den obwaltenden Umstanden den Krieg gegenden Kaiser zur Vertheidigung der reinen Lehre, und selbst denAngriff für rechtmäßig. Melanchthon aber, der dasselbe imNamen seiner Amtsgenoffen mit widerstrebendem Geiste verfaßthatte, von dem jetzt vorsichtiger und ängstlicher auftrctenden Land-grafen Philipp, kurz vor der Entscheidung noch besonders umRath befragt, ricth, noch immer gutmüthig hoffend, und vondem Gedanken an einen Religionskrieg jetzt, wie früher, tief er-schüttert, die Fürsten möchten Alles aufbieten, den Kaiser zu ver-söhnen, möchten um Frieden bitten, und, wenn nur die evange-lische Lehre nicht verdammt, ihre Anhänger nicht verfolgt würden,alles klebrige bewilligen, auch versprechen, daß die Bischöfe wederin ihrer Gerechtsame beeinträchtigt, noch sonst beunruhigt werdensollten. Dringend ermahnt' er, die weltlichen Händel und dieReligionsangelegenheiten nicht mit einander zu vermischen, viel-mehr gänzlich zu scheiden, damit diese nicht durch jene gefährdet,und von gewaltthätigen Menschen als Vorwand für ihre unlau-ter» Absichten gemißbraucht würden.
Dieser Rath mag eben so unzeitig, als kurzsichtig genanntwerden; aber wer will es dem frommen, friedliebenden Manneverargen, wenn er vor dem Gedanken erbebte, daß um des Glau-bens willen, der den Menschen Frieden zu bringen bestimmt ist,Blut fließen sollte, wenn er eben darum unablässig zur Sühneriech, und, getrost hoffend, Gott werde Seine Sache selbstschützen und vertheidigen, die unheildrohende Einmischung mensch-licher Waffen abzuwenden bemüht war? Tief bekümmert, undin seinem Innern verletzt durch die bittre Feindseligkeit, mit wel-cher eine Partei die andre bekämpfte, über die unwürdigenSchmähschriften, welche gerade jetzt mit erneuter Heftigkeit, einunblutiges, aber gehässiges Vorspiel des drohenden Religionskrie-ges hervortraten, dazu mit Grund besorgt über das schwankendeVerfahren der protestircnden Stände, die bald sorglos, bald klein-müthig die nothwendigsten Maßregeln zu ihrer Sclbstvertheidi-gung versäumten, bald verwegen einen bedenklichen Angriff wag-ten, und der Gefahr Trotz zu bieten schienen, beunruhigt auchdurch den nicht zu beseitigenden Zwist der sächsischen Fürsten, na-mentlich des Kurfürsten Johann Friedrich und des HerzogsMoritz, dessen Absichten und Plane fortwährend in ein geheim-nißvolles Dunkel sich hüllten, mußte der sorgcnbeladene Melanch-thon einen erträglichen Frieden, wenn derselbe auch nicht alleHoffnungen erfüllte, nicht alle Ansprüche befriedigte, der zwcifel-
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