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in seinen später» Lebensjahren.
Loos entschieden werden sollte, am wenigsten geeignet, durch Ent-> schlossenheit, Thatkraft und Eintracht dahin zu wirken, daß es
f günstig für sie werde. Der schmalkaldische Bund hielt äu-
f Mich nur schlaff noch zusammen; innerlich war er eigentlich schon
aufgelöst; aus eine kräftige Erneuung desselben durfte man kaumnoch hoffen, und es bestätigte sich auch hier die alte Erfahrung,daß Bündnisse, wenn sie einmal ihre Bestimmung verfehlten, unddurch Zwietracht zerrüttet, oder durch Unthätigkeit gelähmt sind,l gar bald den Verbündeten selbst so lästig werden, daß man, selbst
s wenn man noch Bedenken trägt, sich offen von ihnen loszusagen,
doch mehr sie zu zerreißen, als zu erhalten, und zweckmäßig zuerneuen strebt. Selbst Diejenigen, welche, wie Melanchthonj früher, aus Furcht vor einem Religionskriege, den schmalkaldischcnBund mit Besorgnis betrachtet hatten, beklagten jetzt, daß in denTagen der unverkennbareren Gefahr, da eine solche schützende Ge-meinschaft als das dringendste Bedürfnis sich erwies, kaum nochEtwas von ihm zu hoffen war. Fruchtlos bemühte sich LandgrafPhilipp, den Kurfürsten Iohann Friedrich zu einem Schutz-bündnis mit dem Herzoge Moritz, der sich nicht ganz abge-! neigt zeigte, dessen geheimnisvolle Politik aber gerechtes Beden-ken erregte, zu Stande zu bringen, und dadurch einen kräftigens Mittelpunkt für die Evangelischen zu gewinnen. Dies wäre viel-. leicht eine rettende Maßregel gewesen; aber auf anderem Wegesollte, nach blutigem Kampfe, die Hilfe kommen. Während die. evangelischen Stände unentschlossen wankten, zur Abwendung derdrohenden Gefahr Nichts thaten, vielmehr über die Nothwendig-keit einer achtunggebietenden Vereinigung sich selbst zu tauschenschienen, und zu keinem einmüthigen Entschluß gelangen konn-ten, verfolgte der Kaiser klug und rastlos seinen vielumfassendenPlan, den er länger zu verhehlen kaum noch für nöthig hielt.Als er im April 1546 in Regensburg zu dem sehr gemessenangekündigten Reichstage erschien, barg er den tiefen Unmuthnicht, welchen er über das Außenbleiben der evangelischen Ständeempfand, erließ alsbald ein neues drohendes Ausfchrcibcn, undgab diesem durch das Zusammenziehcn eines Heeres größerenNachdruck. Schon am 16. Junius erklärte er, die lange, ge-heimnißvolle Zurückhaltung, die seit mehr als zwanzig Jahrendie Tage der Genugthuung erharrte, gänzlich aufgebend, und end-lich jede Maske abwerfend, den protestantischen Ständenden Krieg, mit einem so starken Gefühl von Sicherheit und eig-ner Macht, daß er, seinen weitaussehenden Planen gemäß, nichtVI. 9