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6 (1830)
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Auslegung des einundfunfzigstcn Psalms.

so zerschlagenen und demüthigen Geistes sind, aufdaß ich erquicke den Geist der Gedemüthigten" (Kap.57, 15.) An diese erhebende Trostsprüche muß man sich halten,und wissen, daß sie recht eigentlich evangelische Stimmen sind.Denn Vernunft und'Gesetz sagen, die elenden und mit Schmer-zen beladenen Menschen seien von Gott verworfen. Die Stimmedes Evangelium versichert, daß sie Tempel Gottes, und daßdie Anfechtungen und Trübsale der zu Gott Bekehrten Opfer,d. i., glänzende Wecke seien, durch welche Gott geehrt werde,und daß sie Gott gefallen; es ermahnt dieselben, Gott anzuru-fen, und zuversichtlich Hilfe und endliche Befreiung von Ihmzu erwarten, wie es heißt:Aus sechs Tcübsalen wirdDich der Herr erretten." (Hiob 5, 14.) Das ist der wahreGottesdienst, will David sagen, der Gott gefällt: Schmerzen derBuße, Glauben, Gebet, Hoffnung u. s. w. .Das ist derver-nünftige Gottesdienst," wie ihn Paulus nennt (ström.12, 1.), in welchem die Seele Gott denkt, und im Herzen SeineNähe, und Zittern und Freudigkeit in Gott empfindet. Darineben setzt ihn Paulus, als den vernünftigen Gottesdienst,äußerm Weckdienst entgegen, der unvernünftig ist, beiwelchem das Herz voll Unglauben und Zweifel ist, und vor Gottflieht, wie cs im heidnischen Opferthum, und wie es von Saulgeschieht.

Zuletzt fügt er noch eine allgemeine Bitte um Erhaltung derKirche hinzu, wie sie unsern besondecn Bitten stets angeschlossen,werden sollte. Erstlich bittet er um Vergebung der Sünden;zweitens webt er eine Klage über die Größe und den Ursprungder Sünde ein. Sodann erwähnt er den Mittler, indem erspricht:Besprenge mich mit Vsop." Viertens bittet er,daß der heil. Geist ihn heiligen und regieren wolle. Fünftensverspricht er, durch Belehrung Anderer feinen Dank zu bezahlen.Sechstens fleht er um Linderung der Strafen, damit er fähigsei, zu lehren. Siebentens erbittet er sich Beistand dazu:Herr,lhue meine Lippen auf." Achtens lehrt er Opfer und Got-tesdienst richtig unterscheiden. Neuntens betet er für die ganzeKirche, und bittet namentlich um Erhaltung des Lehramts, unddaß Viele zu Gott bekehrt werden und wahre Opfer darbringenmöchten:Thue wohl an Zion mit Deiner Gnade;baue die Mauern zu Jerusalem," d. i.: möge die Kircheerhalten und gemehrt werden, mögen in ihr das öffentliche Lehr-amt und fromme Vereine und menschenfreundliche Anstalten be-