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Auslegung des einundfunfzlgsten Psalms.
Dienst und als bloße äußerliche Handlung an sich verdienstlichseien, oder daß sie Vergebung der Sünden verdienen. Es istaber gewöhnlich, daß die Menschen in diesen Wahn fallen, undin solchem Aberglauben dann die Opfer Haufen, wie es in derFolgezeit in der Entweihung der Messen geschehen ist. Dieseunwürdige Vorstellung rügen die Propheten wiederholt, z. B.Psalm 50, 13: „Meinst du, daß Ich Ochsenfleisch es-sen wollte?" und Zesaias 66, 3: „Wer ein Schaf opfert,ist, als der einem Hunde den Hals brache;" und Ir-rem. 7, 22: „Ich Hab' euren Vätern nicht von Opferngeboten, sondern dicß gebot Ich ihnen: „„GehorchetMeinem Worte, so will Ich euer Gott sein und ihrsollt Mein Volk sein."" Es fügt aber der Prophet, gleichwie Jeremias, hinzu, welche Opfer Gott gefallen, und wiesie Ihm gefallen. Daher folgt als zweiter Satz: Nur die vonIhm selbst vorgcschriebenen Opfer gefallen Gott, und nur dieWecke, die aus wahrhaft zu Gott bekehrtem Herzen und ausdem Glauben kommen, weil äußerer Gottesdienst ohne den In-nern Nichts ist. Ja es spricht Salomo Sprichw. 15, 8: „DerGottlosen Opfer ist dem Herrn ein Gräuel, aberdas Gebet der Frommen ist Ihm angenehm." Es istaber der Gottesdienst nach dem ersten Gebot die Bekehrung zuGott, und der Glaube, der den Mittler annimmt, in Dem wirden Zugang haben zu Gott, und glauben, daß wir begnadigtund erhört werden. Dieser innere Gottesdienst muß der äußernHandlung vorangchen. Also sind auch äußere Opfer von Gottangeordnet, und gefallen Ihm, wenn sie auf rechte Weise undzur rechten Zeit Ihm dargebracht werden.
„Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geäng-steter Geist." David sagt hier in Beziehung auf die Bekeh-rung und den wahren innern Gottesdienst dasselbe, was SacharjaKap. 1, 3. spricht: „Kehret euch zu Mir, so will IchMich zu euch kehren." Das Opfer, das Gott gefällt, istrin Herz, welches aufrichtige Schmerzen der Buße und Bekeh-rung empfindet, und indem es sich des göttlichen Zornes bewußtwird, und zugleich zu dem Mittler seine Zuflucht nimmt, Dermit Rücksicht auf solche Schmerzen tröstend .sagt: „Kommetzu Mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ichwill euch erquicken." Von solchen Schmerzen reden die Pro-pheten häufig; so Jcsaias 66, 2: „Ich sehe an den, derzerbrochenen Herzens ist." „Ich wohne bei denen.